Live

Frontiers / VÖ: 9.11.2007

Ja, sie hatten Hits. Einige Stadionrockknaller und die unvermeidliche Ballade „Miles away“. In den USA waren sie Top, Ende der 80er, in Europa hatten sie nie wirklich einen Fuß auf den Boden bekommen. Aber sie waren auch immer ein bisschen anders als Bon Jovi und Konsorten: seltsame Akkorde, verschleppte Grooves, verschobenes Metrum und trotzdem unüberhörbarer Hedonismus.

Vor allem in der Musik. Wenn man das nun 2007 live und auf das Format größerer Clubs heruntergebrochen hört, ist man erstaunt, wie wenig Pazina diese Musik angesetzt hat. Rampensau Kip Winger (Bass und Gesang), die beiden Gitarristen Jon Roth und Reb Beach (auch bei Whitesnake) und Drummer Rod Morgenstein (auch bei Dixie Dregs) spielen sich nicht nur den Arsch ab. Sie reißen sich für ihr Publikum in Stücke: Echter Schweiß, echte Musik, interessante (!), nicht überdehnte Gitarrensoli mit einem naturbelassen, rohen Sound, der für Winger-Verhältnisse schon fast ungehobelt klingt. Klar, wer auf den Hollywood Sound der 80er steht, wird hier enttäuscht werden. Aber wer sich noch zusätzlich die DVD zulegt, und sieht, wie viel Spaß diese nicht mehr ganz jungen Kerle bei der Arbeit haben, der wird einen Adrenalinschock erleiden. PS: Dieser Tonträger enthält ein Schlagzeugsolo! Ein kurzweiliges! Nicht zu fassen.

9/10