Arise

Rare Noise Records / VÖ 12.05.2014

Schmutziger Progrockjazz

Welch schönes lautmalerisches Wort ist „Mugwump“. Im Doozy Mugwamp Blues liefert das Trio gleich 30 Kilo Mugwump mindestens. Ach so: „Mugwump“ bedeutet Großer Häuptling, mächtiger Mann. Na gut, passt zum Sound, bestehend aus verspieltem und doch forschem Drumming und Gitarrenspiel, und einer Orgel, die um all das flächendeckend herumwest. Plus dem Mut, draufloszuspielen. Roy Powell klotzt mit Orgelakkorden, die ein warmes, sattes Klangbild schaffen. Zu dem Gitarrist Jacob Young seine teils schrillen, schrägen, wahwahverschmierten Einwürfe beisteuert, auf die Drummer Jarle Vespestad unmittelbar reagiert. Da braucht es keinen Bass: Bassdrum und Orgel machen den fetten Bumm, und im nächsten Moment hat sich die Musik schon wieder gedreht in einen Strudel, der Hightech-Jazzrock und feisten Retroprog versöhnt, nur irgendwie schmutziger. Schrill der Synthie aufjault wie seinerzeit – und nur Minuten später swingt es traditionell, und immer wieder bricht diese irrlichternde Gitarre durch. Das Album klingt nach mit heissem Herzen umgesetzten spontanen Ideen in einem dennoch sorgfältig geplanten Rahmen. Die von den Protagonisten angegebenen Einflüsse von Zappa bis McLaughlin, von Tony Williams Lifetime und Jimmy Smith spürt man. Aber auch, dass das Instrumental-Trio etwas ganz Eigenes draus macht. »Nichts geht über koordinierte Verrücktheit im Einklang mit einem heftigen Groove und ein paar ordentlichen Soli«, sagt Roy Powell. Er hat recht.

8/10