Schon seit Kindertagen seien sie zusammen, stellt Kraan-Bassist Hellmut Hattler irgendwann im Lauf des Abends fest: Er, Gitarrist Peter Wolbrandt und Drummer Jan Fride. Letzterer sei sein Banknachbar in der Schule gewesen. Und „man hat uns immer gewarnt, wir sollten uns einen richtigen Job suchen.“ Das war 1971. „Nach 55 Jahren haben wir immer noch kein Job“. Diesen Nicht-Job machen die drei Herren über 70 nach wie vor mit hör- und sichtbare Leidenschaft, Gerade ist das neue Album „All In“, das am Merchandising-Stand gern in der Vinyl-Version gekauft wird, und der ikonischen und unverwechselbaren Kraan Musik eine neu Facette gesellt.Mehr ansehen
Die ist ein „historisches Interview“, das ich mit dem „Gitarrenlehrer der Nation“ geführt habe. Anlass war die Veröffentlichung der Bröselmaschine-Werkschau in einer großen Jubiläumsbox. Ich durfte die Liner Notes für diese Veröffentlichung schreiben. Das Gespräch mit Peter in deiem Duisburger Garten war die Grundlage meines Textes. Hier könnt Ihr es hören, in voller Länge und mit Vogelgezwitscher im Hintergrund. Es gab viel zu erzählen über die lange Geschichte dieser einzigartigen Band. „Wir wollten einfach unsere Musik machen, frei von allen Zwängen, möglichst orientierungslos, aber auch mit Einflüssen aus England und den USA – aber eben nicht Pete Seeger oder Joan Baez.“ Bands wie Pentangle, Incredible String Band und Fairport Convention gaben die ungefähre Richtung vor – allesamt in der Folk-Tradition verwurzelt, aber musikalische Freidenker. Die rein akustische Musik des ersten Albums hatte aber auch einen ganz praktischen Hintergrund, lacht Peter Bursch: „Wir haben uns immer bei Jürgensen in Düsseldorf – das war damals das größte Musikhaus – die Nase an der Scheibe plattgedrückt, und die teuren E-Gitarren angeguckt, die wir uns nicht leisten konnte. Und dann wurden uns auch noch Gitarren geklaut. In unserer Wohngemeinschaft schliefen auch Tramper, die wir mitgenommen hatten. Zwei so bekloppte Tramper haben uns zwei Gitarren geklaut. Einen Tag später mussten wir uns fürs Studio Gitarren leihen.“ Was in den folgenden Jahrzehnten noch alles passierte: Hier könnt Ihr es nachhören……
Udo Lindenberg wird am 17. Mai 80 Jahre alt. Die Presse überschlägt sich sich geradezu panisch vor Lobeshymnen. Der Rolling Stone, die Prawda des Musikjournalismus, macht Lindenberg zur Titelgeschichte. Die ZEIT druckt eine ganzseitiges Interview mit Benjamin Stuckrad-Barre, dem Lindenberg-Verehrer, -verklärer und -erklärer der Nation. Wir erfahren darin Sensationelles: Der kleine Benjamin, der sich schon im Alter von sieben Jahren als Udos Freund betrachtete, hat kürzlich mit Udo telefoniert, und der habe ihn mitten im Gespräch gefragt, wo denn wohl der Lichtschalter in seinem, Udos Hotelzimmer, sein könne. Weiter berichtet Stuckrad-Barre noch, Udo habe auch nicht gewusst, wo die Küche in seiner Berliner Wohnung ist. Na, wozu hat man gute Freunde. Aber sonst ist heute wieder alles klar? Keine Panik auf der Andrea Doria? Oder so?
Anmerkung: David war der Gitarrist der Schülerband, die mein Sohn mit 13 Jahren gegründet hat.
Mit 13 Jahren stand David Heidler zum ersten Mal mit seiner Gitarre und der an diesem Tag gegründeten Band „E 2“ im Proberaum. Der Ettlinger ging damals aufs Karlsruher Fichte-Gymnasium, seine Mitmusiker waren zwei Klassenkameraden und der Name der Band leitete sich ab von „Englisch als zweite Fremdsprache“. Das war 2003. Inzwischen ist viel passiert: Nach dem Abitur machte Heidler Zivildienst in Tansania, studierte Afrikanistik und gründete ein Unternehmen, das Afrika-Reisen anbietet. Er lebt in der Nähe von Leipzig. Dort entstand auch seine Band „Kein Alaska“, die sich mittlerweile eine Fangemeinde in der deutschen Alternative- und Post-Hardcore-Szene aufgebaut und viel im Osten der Republik, aber auch in Wien, Hamburg oder Regensburg gespielt hat.Mehr ansehen
Clemens Meyer, Volker Braun, Christa Wolf, Hans Christoph Buch, Peter Schneider, Judith Hermann, Christoph Meckel. Diese Schriftsteller haben aus ihren Büchern gelesen im Uwe Johnson-Salon. So heißt der Frühstücksraum des Literaturhotels in Berlin Friedenau. Dem beschaulichen Kiez, in dem Literatur einen ausgezeichneten Nährboden fand. Erich Kästner, Uwe Johnson und Günter Grass wohnten in der Niedstraße, Max Frisch in der Sarrazinstraße, Herta Müller in der Menzelstraße und Hans-Magnus Enzensberger in der Fregestraße. Fregestraße 68, das ist auch die Adresse des Literaturhotels.
Literatur ist allgegenwärtig in diesem aus der Zeit gefallenen Hotel, das vom Parterre bis hin zum Obergeschoss mit handverlesenen Biedermeier-Möbeln, Kronleuchtern und gerahmten Spiegeln ausgestattet ist und in dem die Fernsehgeräte in den Zimmern beinahe wie störende Fremdkörper erscheinen. Kein Zimmer gleicht dem anderen, alle sind individuell eingerichtet.Mehr ansehen
Warnhinweis: Bevor Sie das lesen, sollten Sie wissen: Die allein selig machende Religion des Autors heisst Deep Purple. So, jetzt zum Thema. 2005 erscheint das Album „Rapture Of The Deep“, das neben dem grandiosen Titelsong wenig Material enthält, an das sich heute noch jemand erinnert. Was auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Band damals wenig vorbereitet ins Studio ging und eher durch solides Handwerk denn überzeigendes Songwriting zu punkten wusste. Zudem klingt die Produktion dünn und kraftlos. Besonders der Schlagzeugsound ist zum verzweifeln: Ian Paices Drums klingen gerade so, als trommle er auf alten Waschmittel-Kartons.Mehr ansehen
Dieses Schlagzeug, das da im Fenster des kleinen Heidelberger Musikgeschäfts stand, das musste ich haben. Es war 1971, ich war 15, und ich nervte meinen Vater. Einmal, zweimal, dreimal. Bis er es mir kaufte. Ich räumte es in den Keller und begann darauf einzuprügeln. Meine Mutter war entsetzt, die Nachbarn irritiert, Vater grinste sich einen. Vielleicht war das typisch für diesen Mann, der eigentlich – das spürte ich schon als pubertierender Möchtegern-Rockstar – so gern freischaffender Künstler geworden wäre.
Es gibt ja intelligentes und strunzblödes Schlagzeugspiel. Was nicht heissen soll, dass die Erfüllungsgehilfen der jeweiligen Kategorie intelligent oder dumm sein müssen. Nein, es geht allein um ihre Kunst und den verfehlten Einsatz vorhandenen Talents. Um gleich ganz oben in Nerdistan einzusteigen und ums eigentliche Thema herumzutändeln, damit das nun folgende eine irgenwie wissenschaftliche Anstrich bekommt, beginnen wir mal mit einem Beispiel aus dem so genannten Progressive Rock, dortselbst ist das Phänomen am häufigsten zu beobachten. Mehr ansehen
Vor fünf Jahren dichtete ich – war es die Pandemie oder nur gewöhnliche Todessehnsucht – folgende Zeilen: „Ich möcht‘ dabei sein, wenn der Käpt‘n spricht / vom Wetter, das jetzt naht / rough weather conditions’ und kein Land in Sicht /Augen zu, und volle Fahrt / Nah an der Klappe ist mein Logenplatz / Dort wo das Wasser im Strahl eindringt / Wenn der Sicherungsbolzen – ratzfatz – / Auf ewig in der Tiefe versinkt.“ Bisher hat sie niemand vertont. Und das abgebildete Schiff, an das ich dachte, fährt weiter vom Meer unbezwungen.Mehr ansehen
Wie viele Romananfänge hatte ich schon geschrieben, und kein Roman war je daraus entstanden. Gut sie waren alle nicht so schlimm wie der: „An diesem Tag sollte James Wristband-Mapplethorpe eine Abkürzung suchen, die er nie finden würde.“ Auch nicht so schlimm wie der: „Jaromir Poggenpöhler war nun in einem Lebensalter angelangt, in dem man wehmütig den Produkten seiner Verdauung hinterherschaute, bevor sie im Strudel verschwanden. Wie lange noch würde…“ Oh Gott. Das haben sie jetzt bitte schon wieder vergessen. Einer gefiel mir besonders, doch auch daraus wurde kein Roman, aber immerhin das ….Mehr ansehen
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