14.5.2020 Wo sind die Türme jetzt?

14.5.2020 Wo sind die Türme jetzt?

Gestern abend um 19.00 kam es zu einer konspirativen Versammlung (unter Wahrung aller Hygienevorschriften) gegenüber dem AKW Philippsburg. Fünf offensichtlich verwirrte Mitglieder der geriatrischen Rockband Purple Haze, die in den 70er- und 80er Jahren in der Heidelberger und Karlsruher Region weltberühmt war, trafen sich aus unerfindlichen Grümden, um finstere Fotos mit unklarer Aussage zu machen, die der Redaktion dieser Facebook-Seite zugespielt wurden. Schon gegen 19.30 löste sich die Versammlung auf. Kuze Zeit später, heute morgen um 6.06 Uhr, sanken die Kühltürme wie von Zauberhand gesprengt in sich zusammen. Besteht ein Zusammenhang? Waren es diese Gestalten, die schon damals das Kraftwerk wegsingen wollten? Fragen sie ihren WIRROLOGEN!Mehr ansehen

18.4.2020 Schattenwurst vom Rolling Stone entdeckt!

18.4.2020 Schattenwurst vom Rolling Stone entdeckt!

Was haben wir gestaunt, als wir den aktuellen ROLLING STONE auf Seite 25 aufschlugen.
Da schreibt Eric Pfeil in seinem Pop-Tagebuch unter der Überschrift „Mysterien des Alltags“ unter anderem folgendes: „Die andere Sache, die seit der letzten Tournee in mir nachhallt, ist ein Bandname, den ich auf einem Plakat in Karlsruhe entdeckte. Es ist der faszinierendste Bandname, der mir im deutschsprachigen Raum bislang untergekommen ist, ein Bandname von schönster konsonantensatter Pracht: Schattenwurst. Noch heute, Wochen nach der Erstbegegnung, flüstere ich ihn in den unterschiedlichsten Situationen vor mich hin. Ich kann den Lesern nur empfehlen, es mir gleichzutun. Gleich jetzt am besten: „Schattenwurst.“ Genießen Sie jeden Moment mit diesem Wort! Natürlich habe ich recherchiert, was sich musikalisch hinter diesem Namen verbirgt. Schattenwurst bestehen aus sechs Herren, überwiegend wohl jenseits der Fünfzig, die laut Eigenaussage „orientierungslosen Impro-Rock“ spielen. Sowenig mich diese Genrebeschreibung in ihren Bann schlägt, so sehr unterstütze ich hiermit das Wirken dieser Band. Natürlich hätte ich es noch interessanter gefunden, wenn Schattenwurst eine Death-Metal-Band gewesen wäre, aber man kann nicht alles haben. Sollte ich dereinst wiedergeboren werden, dann bitte als Nasenflötenspieler bei Schattenwurst.“
Respekt, Herr Pfeil! Hilfe! Dachten wir uns – das sind ja wir, die wir uns in unseren Gründungstagen von Johannes Frisch so porträtieren liessen:
„Vier über ihren Instrumenten ergraute Herren, für die die Wiege der Rockmusik in den 70er Jahren sanft und psychedelisch geschaukelt hatte, lecken noch einmal Blut. Das Blut der ausufernden Improvisation, des unbegrenzbaren Gedaddels, des fröhlichen Naturrauschs, der einem befallen mag, wenn man zu lange die Saiten gezupft, die Felle gehauen und die Tasten gedrückt hat. Kurzum, sie haben sich aus Lust an der Freud im Studio zum spontanen Jammen verabredet, ganz ohne Muss und ohne sich um die üblichen Songkonventionen zu scheren. Dazu haben sie sich den in jeder Hinsicht experimentierlustig gebliebenen Bläser Lazlo Wolpert und den Grötzinger Künstler Guntram Prochaska eingeladen, um ihren instrumentalen Fluss durch virtuose Saxofon- und Flötensoli und vokale Kapriolen zu bereichern. Prochaska ist zwar vor allem für seine performative Kettensägerei und die sich daraus ergebenden Holzskulpturen bekannt, doch hat er als Spontanvokalist und Performer schon manches Bandprojekt wie die Sponti-Band oder das Duo Doc Farbe verhübscht. Mit skurrilen Kurztexten von Goldgräbern und Robotern, lautmalerischer Vokalakrobatik und opernhaftem Belcanto in selbsterfundener Fantasiesprache verleiht er dem eigenartigen Bandprojekt genau den Charakter, der dem Bandtitel zu entsprechen scheint. Dazu werden von Keyboarder Jochen Schmidt (Paule Popstar &
The Burning Elephants), Gitarrist Dieter Taubert (Crépuscule, Kaosplanet), Bassist Matthias Winkelmann (Kaosplanet) und Schlagzeuger Thomas Zimmer (Crépuscule, Paule Popstar) Töne angeschlagen, die an das opulente Klangbild der 70er Jahre erinnern. Schattenwurst sollte man sich nicht aufs Brot legen, sondern direkt in die Ohren stopfen, denn selten war sie so wertvoll wie heute.“
Das war die Erstbesetzung, inzwischen hat es viele Varianten gegeben, Dieter Taubert ist leider gestorben, und gelegentlich treffen wir uns zu neuen Disharmonien. Eric Pfeil ist herzlich willkommen als Nasenflötenspieler. Und wenn er drauf besteht: Wir können auch Death Metal, auch wenn es nicht unbedingt sofort erkennbar ist!

PS: Ein Videozusammenschnitt ist hier zu sehen https://www.youtube.com/watch?v=08IsHU_HZdg

21.2.2020 Organieren mit Hundefleisch

21.2.2020 Organieren mit Hundefleisch

Früher habe ich nie Interviews mit Sonnenbrillen gegeben. Aber ich lerne zu lügen“… Na? Wer hat‘s gesagt, irgendwann in den 90er Jahren? Der irische Wanderprediger Bono Vox, die Mutter Teresa der Steuerflüchtigen. Und was sagt uns das jetzt? Vielleicht das: Trau keinem Rockstar-Interview? Nimm die Sonnenbrille ab, nur dann wirst du von Wahrheit und Wahrhaftigkeit durchflutet? Fragen über Fragen. Sind Interviews überhaupt sinnvoll? Ist das Künstler-Interview selbst eine eigene Kunstform? Oder ist es nur der verlängerte Waschzettel der Musikindustrie? Oder geht es vielmehr darum, dass der Fragesteller sich eigentlich für viel wichtiger hält als der Befragte? Für letzteres gibt es zahlreiche Beispiele, eines der schönsten, wenn nicht das allerschönste und zugleich peinlichste, möchte ich im Folgenden referieren: Auf Seite 26 des Hefts 3/98 der mittlerweile dahingeschiedenen Zeitschrift SPEX, die ich hier ausdrücklich nicht Musikzeitschrift nennen möchte, stand ein sehr interessantes Interview, dessen Nachhall mir, obwohl schon über zwei Jahrzehnte her, immer noch wie ein Menetekel durch die Birne rauscht und dabei seltsame Geräuche erzeugt. Mehr ansehen

13.2.2020 Hilfe, meine erste Titelgeschichte! WHOOSH!

13.2.2020 Hilfe, meine erste Titelgeschichte! WHOOSH!

Jetzt schreibe ich schon seit 12 Jahren für das famose ROCKS Magazin, aber in diesem Heft  habe ich es mit meiner Geschichte tatsächchlich mal auf den Titel geschafft. Satte zehn Seiten lang ist das Ding über das neue Deep Purple Album „Whoosh!“ geworden, also quasi schon fast eine Doktorarbeit.  Mehr ansehen

10.2.2020 Sumpfsinn am Waldesrand 2

Das ZEIT-Magazin, das Abklingbecken für den Müll der Werbung abschlagenden Mode-Industrie, bringt in seiner aktuellen Ausgabe eine Fotostrecke über die „Popmusikerin“ Dua Lipa. Illustriert wird das Interview mit einer Anzahl großformatiger Bilder, die dann beispielsweise so betextet sind: „Ich habe Hoffnung, weil ich die jüngere Generation beobachte.“ Unterzeile: „Rückenfreier Strickpullover und Strick-Shorts von Salvatore Farragamo, Nylonhose von Off-White.“

9.2.2020 Sind Gitarrensoli sexistisch?

9.2.2020 Sind Gitarrensoli sexistisch?

Auch eine Art Rezension von Maik Brüggemeyers „Pop. Eine Gebrauchsanweisung – Der Rolling-Stone-Redakteur über alle großen Fragen der Popgeschichte“

Kürzlich wurde mir die unangenehme Aufgabe zugeteilt, mich rezensierend dem neuesten Werk eines sogenannten Poptheoretikers widmen zu dürfen, und dummerweise beschied ich das Ansinnen des Chefredakteurs, eben jenes zu tun, nicht abschlägig. Dummerweise deshalb, weil mir schwante, dass es zwischen den Ansichten des Autors und meiner Wahrnehmung der Welt doch erhebliche Differenzen geben könnte. Anders gesagt: ich fürchtete, ich könne der Versuchung nur schwer widerstehen, das Werk vorsätzlich in Bausch und Bogen zu verdammen. So etwas tue ich nicht, auch eine Medienhure hat einen Ehrenkodex. Aber für die genannte Befürchtung gibt es Gründe. Mehr ansehen

8.2.2020 Stumpfsinn am Waldesrand 1

„Wüten wider die Kulturindustrie: Algiers vertonen ein wimmelndes Verweisfeld aus Poststrukturalismus, Proust und „Breaking Bad“.

Steht im Rolling Stone vom Februar 2020. Echt.

6.2.2020 Das Lesen ist des Autors Lust

6.2.2020 Das Lesen ist des Autors Lust

Sorry, es hat lange gedauert bis hier wieder etwas zum Erliegen kam, aber nun ist der feste Vorsatz: Für diese Homepage wird eine Pflegekraft eingestellt, nämlich ich selbst. Bevor dieser (dieses? Ich habe keine Ahnung von sowas, muss mal Influenza fragen) Blog nun von Geistesblitzen überquillt, erstmal das Geschäftliche: Harald Schwiers hatte noch zu Jahresbeginn im KURIER einen Lobhudelei aufs Büchlein abgesetzt, die hier dokumentiert sei. Nach und nach haben einigen Buchhandlungen Interesse gezeigt, „Viel Lärm um Alles“ ist jetzt in der Region ganz gut vertreten, und es wird im März und April insgesamt vier ganz unterschiedliche Lesungen geben, an ganz unterschiedlichen Orten. Termine und mehr Informationen dazu gibt es unter der Rubrik „Veranstaltungen“. Für alle, die noch ein bisschen Hintergrund wollen, sei ein Klick auf folgenden Link empfohlen:

www.youtube.com/watch?v=dRqzmd3LOYY

Wer also zwei merkwürdig geformte Herren in einem wirren, aber durchaus unterhaltsamen Dialog über ein obskures Buch sehen mag, der schaue sich die 25 Minuten kompakt zusammengeschnittene Martin Wacker Show vom 26. Januar an: Es war eine sehr lustige und durchaus anregende halbe Plauderstunde, die ich mit meinem alten Kollegen Martin Wacker (über zehn Jahre gemeinsame Arbeit beim Radio) in der Show herumhüpfen durfte. Klar ist das Format einer typischen Radio-Sonntags-Show einengend und furchtbar hektisch, aber Martin schaffte es tatsächlich, so auf den Punkt zu fragen, dass ich alter Schwätzer und Leute-an-die-Wand-Redner in geraffter Form alles unterbringen konnte, was ich loswerden wollte. Und schließlich konnte ich ihn auch überzeugen, dass nicht alles, was nach Verriss klingt, eine Verriss ist. Stichwort: Milde Ironie. Aber die verstehen offenbar immer weniger Leute. Auch dazu später mal mehr an dieser Stelle.

Die CD-Release-Party unserer kleinen Spaßkapelle Paule Popstar & The Burning Elephants am 20. Dezember war ein bemerkenswerter Erfolg! Fast 150 Menschen kamen, um mit uns zu feiern. Alles zu dem, was die Band so treibt, findet Ihr aktuell unter https://de-de.facebook.com/PaulepopstarBurningElephants

25.11.2019 On The Road

25.11.2019 On The Road

Als Selbstverleger verlegt man schon gelegentlich was. Zum Beispiel sein Hirn. Bei der gut besuchten Lesung im Rahmen der Karlsruher Bücherschau lese ich einen Text über Glenn Hughes und mein wunderbarer musikalischer Beisitzer Volker Schäfer macht mich angesichts meiner Frage, ob er auch bei dem Konzert gewesen sei, darauf aufmerksam, er und ich hätten anschliessend noch länger draussen vorm Zelt gesessen und diverse musikalische und aussermusikalische Fragen zum Ereignis debattiert.Mehr ansehen