Eingestellt am 6.11.2026
Jetzt sind sie wieder alle neidich auf Böhmermanns Scoop, die „echten“ Journalisten. Und fragen sich, wie es kommen konnte, dass so ein kleiner Kläffer wie Böhmermann den ukrainischen Prösidenten interviewen darf. Ich frage mal zurück: Warum stellen eigentlich Satiriker Politikern die richtigen Fragen? Warum haben Satiriker oft die besseren Antworten als Politiker? Und warum ist der grandiose Komiker Selensky ein ziemlich guter Politiker? Dem man auch – auf andere Art – kritische Fragen stellen kann, als es unsere Investigativ-Journalisten oft tun? Was ich gesehen habe, war Folgendes: Es war zweifellos ein großer Moment für den kleinen Böhmermann. Und er hat sich ganz ehrlich offenbart, als jemand, der unheimlichen Respekt vor seinem Gesprächspartner hat, aber auch ein bisschen Bammel. Fan eben. Und das ist genau das Gefühl, das mir nicht fremd ist im Umgang mit sehr prominenten Menschen, deren Lebensleistung man eben auch bewundert. Mir ging das beispielsweise mit Phil Collins, Lionel Richie oder Ian Paice so, wenn ich mal einen etwas schiefen Vergleich bemühen darf. Jedenfalls macht mir das Böhmermann noch sympathischer als sowieso schon. PS: Wir sollten nochmal über Hape Kerkeling als Bundespräsident nachdenken. PPS: Selensky sollte nach dem gewonnenen Krieg eine neue Staffel von „Diener des Volkes“ produzieren.
Eingestellt am 5.11.2026
Eigentlich passt alles: Die Seilschaft hat ihre Unplugged-Tour unter dem doppelbödigen und doppelsinnigen Titel „Gegen den Strom“ auf einer Live CD festgehalten. Aufgenommen an einem der wohl schönsten Orte für ein solches Konzert, dem traditionsreichen Steintor-Varieté in Halle. Aber was ist das? Die Seilschaft – reduziert auf akustische Instrumente? Kann das gutgehen? Fehlt da nicht was, etwa die elektrisierenden und krachenden Gitarrenriffs, die gelegentlich dampfende und aufbrausende Hammond Orgel? Dass gern auch mal messerscharfe Gebläse? Eigentlich nicht. „Gegen den Strom“ ist einfach anders, verschiebt die musikalische Farbpalette, legt mehr Wert auf die feinen Töne. Was auch deshalb funktioniert, weil ein Gutteil des musikalischen Materials schon in den elektrischen Vorlagen eine subkutane bis offensichtliche Folklore-Tönung hat, und sich damit zur Deindustrialisierung anbietet. Dass gute Songs sogar mit noch weniger Instrumentierung in „Lagerfeuerversionen“ funktionieren würden, ist immer schon mehr Weisheit als Binse. Mehr ansehen
Eingestellt am 5.11.2026
Ich habe an diesem Morgen eine alte chinesische Weisheit des Philosophen Peng Huawei befolgt, der aber sagte: „Du wirst viel schneller wach, wenn Du deinen Kaffee nicht trinkst, sondern in die Tastatur schüttest.“ Es funktioniert so gut, dass ich schon gegen 11 Uhr den Adrenalin-Berater konsultieren muss, der mir dann wieder sagt, ich litte unter Nazophopia und sollte lieber einen niedergelassenen Psychopathen konsultieren. Mehr ansehen
Eingestellt am 5.11.2026
Es war im Frühjahr 1990. Der noch etwas jüngere Herr Zimmer liess seinen Blick nachdenklich rauchend gen Polen schweifen und erkannte damit die deutsche Ostgrenze an der Oder (in der Mitte des Bildes unbeeindruckt fliessend) als endgültig an. Der Bund der Vertriebenen war mit diesem Akt endgültig besiegt. Auch Helmut Kohl stimmte zu.
Eingestellt am 3.11.2026
Als ich kürzlich mit Mani Neumaier zusammensaß, erwähnte ich kurz am Rande das Gefühl, dass ich mir in Gegenwart echter Künstler wie ihm immer vorkomme wie ein langweiliger Spießer. Woraufhin der kurz überlegte und meinte: „Aber du bist ein exzentrischer Spießer“. Hätte ich eine Visitenkarte, ab heute stünde das als Berufsbezeichnung drauf!
Eingestellt am 3.11.2026
Ich habe den neuen Film über Wolf Biermann gesehen – und bei allem, was ich in letzter Zeit über und von ihm gelesen und gesehen habe, muss ich sagen: Potzblitz, ich war nochmal extra beeindruckt und auch ein bisschen beschämt. Denn wie kaum wie ein anderer führt dieser geradezu erschreckend agile 90jährige vor, wie man aus Fehlern lernen kann, indem man geistig beweglich bleibt. Ganz abgesehen von der körperlichen Beweglichkeit, die der 20 Jahre Ältere mir eindeutig voraus hat. Als junger Depp, der ich einst war (und das ist in seinen Ausläufern noch nicht allzu lange her), pflegte ich seinen Satz „Nur wer sich verändert, bleibt sich treu“ mit einem verächtlichen „… damit kannst du die größten Sauereien rechtfertigen“ lächerlich zu machen. Ich habe lange gebraucht um zu erkennen, wieviel Wahres darin steckt.
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Eingestellt am 3.11.2026
Wenn Du mit zwei großartigen Musikern auf einer Bühne sitzt, die beide großartige Musik spielen, von der Du eigentlich nichts verstehst. Wenn die beiden dann Dir und dem aufmerksamen, interessierten Publikum ihre Musik- den Jazz – erklären und dabei noch jede Menge wunderbarer Anekdoten auf Lager haben, Wenn dann auch noch dein guter Freund Volker Schäfer für die Technik und den guten Ton. sorgt. Und wenn Du hinterher denkst: Das könnte ich jeden Tag machen, dann warst Du in der kleinen Bühne ettlingen zusammen mit dem Saxophonisten Peter Lehel und dem Gitarristen Werner Acker. Danke nochmal an alle. Es war ein Fest.
Eingestellt am 30.10.2026
Bei der Wahl zum Vizepräsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses scheitert der AfD-Kandidat Martin Trefzer, aber bekommt elf Stimmen mehr als die AfD Sitze hat. Martin Trefzer: Der Mann, dem die anderen Fraktionen bei seiner Rede 2025 im Berliner Landesparlament zur Befreiung von Auschwitz vor damals 80 Jahren den Rücken zugedreht hatten. Der Martin Trefzer, der trotz Corona-Verdachts 2020 noch zu einer Ausschusssitzung ging. Er trug im gleichen Jahr einen Antrag der AfD-Fraktion mit, in dem es hieß, das geschichtsträchtige Datum des 8. Mai tauge nicht zu einem allgemeinen Symbol der Befreiung. Um nur drei Skandale dieses „Politikers“ zu zeigen. Was aber nirgends so laut thematisiert wird wie der Antisemitismus der Linkspartei und ihre Nähe zu Hamas-Freunden.
Was aber die Kritik an der Linken nicht obsolet macht. Dass natürlich von extrem rechter Seite eine Schmierenkampagne gegen die Linken betrieben wird, die die Nähe von Teilen der CDU zur Faschistenpartei AfD ausblendet – wenn nicht gar gutheisst -, darauf muss immer wieder hingewiesen werden, Und ich frage mich, warum eigentlich nicht die AfD-Leaks Dauerthema in Talkshows, Kommentarspalten und Sondersendungen sind. Aber wer bin ich schon. Ein kleiner Pupser aus der badischen Provinz, weit weg von der Weltstadt Berlin.
Eingestellt am 29.10.2026
Lese gerade, dass es der Tag ist, an dem vor 42 Jahren „Perfect Strangers“ erschien, das Reunion Album der lautesten Jazzband der Welt – Deep Purple. Oh ja, damals war ich zwar immerhin schon 28 Jahre alt – also kein pubertierender Fanboy mehr – aber das hat in mir ähnliche pulsierende Obliterationen ausgelöst wie seinerzeit, also sellemols auf gut kurpfälzisch. „Ich muss jetzt in den Plattenladen, und wenn der 500 Kilomneter weit weg ist und ich durch einen Feuerreifen springen muss!“, karfunkelte es in mir.
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Eingestellt am 29.10.2026
Immer wenn mich gerade die allgemeine Weltlage ankotzt, gucke ich ein paar Handy-Videomitschnitte von der laufenden Rush- Tour mit Anika Nilles am Schlagzeug und mein Herzlein ist hocherfreut, die Seele hupft. Irgendwie irre: Im Frühjahr 2024 waren wir mit Freunden in Halle, und auf deren Empfehlung besuchten wir ein Konzert von Anika mit ihrer Band im schnuckeligen Club Objekt 5 (sehr empfehlensert). Nach dem Konzert gratulierte mein Freund Uwe der Drummerin zu ihrem 41. Geburtstag. Uwe ist – nebenbei – auch der größte Rush Fan auf Erden. Little did he know that about a year later…. Gern hätte ich die Frau Nilles dann später noch mal vors Mikrofon gekriegt, aber klar: Interview-Anfragen nur noch übers Rush-Management. Kann man ja verstehen. Also bewundere ich ihre Heldentaten einfach weiter auf youtube. Und dann bin ich wieder gut gelaunt. Genauso gut wie Geddy Lee und Alex Lifeson ganz offenbar sind, wenn sie mit ihr auf der Bühne stehen. Foto: Screenshot Amateurvideo
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