Eingesteltt am 7.10.2026.
Ein paar kurze Schlaglichter auf den 7. Oktober. Drei Jahre ist der 7. Oktober 2023 her. Der Tag, an dem die islamistische Terrororganisation Hamas „versucht hat, das ganze israelische Volk und mit ihm alle Juden zu vernichten, und sich für den Anfang mit zwölfhundert ihrer verstümmelten, verbrannten, geschändeten Leichen zufriedengeben musste“. So schreibt Maxim Biller gleich zu Beginn seines neuen Romans „Schwarze Samstage“. Und was lesen wir heute auf der FB-Seite der Sendung ttt? Achtung, anschnallen: „Am 7. Oktober 2023 überfiel die Hamas Israel. Rund 1.200 Menschen wurden getötet, 251 als Geiseln nach Gaza verschleppt – der blutigste Tag für Jüd:innen seit dem Holocaust. Die Reaktion Israels, der Krieg in Gaza, forderte laut UN bis heute über 74.000 Tote. 2,1 Millionen Menschen in Gaza sind vertrieben, weite Teile des Gebiets sind zerstört.“ Ja, Sie haben richtig gelesen. Vornehm gesagt, nennt man so etwas Äquidistanz.Mehr ansehen
Eingestellt am 7.10.2026
Fotos sind von einem Auftritt in Karlsruhe 2022
Kürzlich hatte ich mich mal an anderer Stelle beschwert, es gebe zu wenig komische Frauen in Deutschland. Dafür entschuldige ich mich in aller Form. Ich hatte Anna Mateur vergessen. „Schreiben Sie das auf!“ hat sie mir – dem Rezensenten von der Lügenpresse – einmal mehrfach zugerufen. Aber, zu Hülf: wie soll man all das mitstenografieren, was sie in diesem Kaleidoskop hochintelligenten Irrsinns auf das Publikum einprasseln lässt? Das ist ein paar Jährchen her, 2022 war es. Jetzt habe ich die Mateur wieder erlebt, diesmal im Zentral-Zelt des schrägen Entertainments, der Berliner „Bar jeder Vernunft“.Mehr ansehen
Eingestellt am 7.10.2026
Wenn jemand mich anpampt, ich sei ein Linksradikaler und die Wirtschaft gehe den Bach runter dank der „Altparteien“, die uns auch noch in den Krieg zögen, habe ich mir jetzt eine Standard-Antwort gebastelt, die ich jederzeit zum Einsatz bringen kann. Und die geht so: „Deutschland ist das freieste, sozialste und sicherste Land der Welt. Der Wirtschaft geht es prima, gerade der Osten lebt in perversem Luxus und Überfluss.
Der verarmte AfD-Wähler ist ständig beschäftigt, seine zwei SUVs zu waschen. Das strengt natürlich an. Für Krieg sind allein AfD und BSW zuständig. Im übrigen habe ich keine Ahnung, wen Sie beleidigen wollen. ich kann es nicht sein. Ich bin liberal- konservativ, radikaler Antikommunist, habe gerade den „Berliner Appell“ gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken unterzeichnet und kümmere mich jetzt wieder um meine Luxusimmobilien. Im Übrigen wähle ich auch eine konservative Partei: Die Grünen“. Das kann jeder gern in seinen eigenen Satzbaukasten übernehmen und gegebenenfalls nach eigenen Bedürfnissen variieren.
Eingestellt am 3.10.2026
Das ist nichts Sensationelles, aber immer am 3. Oktober erinnere mich an einnen bizarren Moment meiner Journalistentätigkeit. Es gab also ein paar Jahre nach dem Einheitstag wieder mal eine Erinnerungs-Sendung daran. Und ich dachte mir als verantwortlicher Redakteur: Ruf doch mal den Herrn Schabowski an, der seinerzeit mehr oder weniger aus Versehen die Mauer geöffnet hat.
Mehr ansehen
Eingestellt am 1.10.2026
Früher habe ich nie Interviews mit Sonnenbrillen gegeben. Aber ich lerne zu lügen“… Na? Wer hat‘s gesagt, irgendwann in den 90er Jahren? Der irische Wanderprediger Bono Vox, die Mutter Teresa der Steuerflüchtigen. Und was sagt uns das jetzt? Vielleicht das: Trau keinem Rockstar-Interview? Nimm die Sonnenbrille ab, nur dann wirst du von Wahrheit und Wahrhaftigkeit durchflutet? Fragen über Fragen. Sind Interviews überhaupt sinnvoll? Ist das Künstler-Interview selbst eine eigene Kunstform? Oder ist es nur der verlängerte Waschzettel der Musikindustrie? Oder geht es vielmehr darum, dass der Fragesteller sich eigentlich für viel wichtiger hält als der Befragte?
Mehr ansehen
Eingestellt am 1.10.2026
Udo Lindenberg wurde in diesem Jahr 80 Jahre alt. Die Presse überschlug sich sich geradezu panisch vor Lobeshymnen. Der Rolling Stone, die Prawda des Musikjournalismus, machte Lindenberg zur Titelgeschichte. Die ZEIT druckte eine ganzseitiges Interview mit Benjamin Stuckrad-Barre, dem Lindenberg-Verehrer, -verklärer und -erklärer der Nation. Wir erfahren darin Sensationelles: Der kleine Benjamin, der sich schon im Alter von sieben Jahren als Udos Freund betrachtete, hat kürzlich mit Udo telefoniert, und der habe ihn mitten im Gespräch gefragt, wo denn wohl der Lichtschalter in seinem, Udos Hotelzimmer, sein könne. Weiter berichtet Stuckrad-Barre noch, Udo habe auch nicht gewusst, wo die Küche in seiner Berliner Wohnung ist. Na, wozu hat man gute Freunde. Aber sonst ist heute wieder alles klar? Keine Panik auf der Andrea Doria? Oder so?Mehr ansehen
Eingestellt am 30.9.2026
Fünf Alkoholiker aus sieben Ländern diskutieren die aktuelle Weltlage. Erinnern Sie sich noch? Von 1952 bis 1987 lief jeden Sonntag „Der internationale Frühschoppen“ im WDR unter der Leitung des Schankwirts Werner Höfer, der sich selbst am liebsten reden hörte. Dazu rauchte und trank man, bis der Fernsehzuschauer nichts mehr sah und kein Wort mehr verstand. Ich sass mit meinem Großvater vor dem Fernseher. Der rauchte abgeschnittene Senoussi-Zigaretten in einer silbernen Zigarettenspitze, meine Großmutter trank dazu Stonsdorfer Kräuterschnaps. Aufhören wollte Höfer nach eigener Aussage erst, „wenn ich mit dem Glase in der Hand tot umfalle“. Na, denn Prost. Mehr ansehen
Eingestellt am 29.9.2026
Raik Adam, sein Bruder Andreas und Dirk Mecklenbeck gehörten zu einer Gruppe Hallenser Heavy Metal-Fans, die sich schon als Schüler an den Verhältnissen in der DDR aufrieben und begannen, sich gegen Indoktrination und Willkür des SED-Staates aufzulehnen. Nachdem sie Wahlen boykottiert und den Wehrdienst verweigert hatten, sahen sie als einzigen Ausweg, ihre „ständige Ausreise“ zu beantragen. Einer nach dem anderen verliess die DDR. 1989 waren alle Freunde in West-Berlin wieder vereint und begannen von dort aus, die Mauer zu attackieren. Mit gezielten Aktionen, die Aufsehen erregten. So setzten sie beispielsweise einen Wachturm der Grenztruppen in Brand oder beschädigten mit Bolzenschneidern den Grenzzaun. Über ihre Geschichte haben sie zwei Graphic Novels veröffentlicht. Mit Raik und Dirk habe ich im August 2026 über die „Musikalischen Möglichkeiten“ im Halle der 80er-Jahre gesprochen.Mehr ansehen
Eingestellt am 28.9.2026
Eine Kleinstadt in der badischen Provinz. Eine Schulaula, in der auch schon „große Namen“ wie Dieter Hildebrandt und Georg Schramm aufgetreten sind. Hier sitze ich als Humorkritiker mit gespitztem Stift und warte und höre unfreiwillig den Dialog zweier Damen in der Reihe hinter mir: „Du, sag mal, was gibt’s denn heute Abend hier?“ „Ich glaube, es ist ein Kabarettist“. Wohlgemerkt, die Damen haben ihre Tickets vermutlich vor Wochen gekauft und sind nicht zufällig über ihrem Sitzplatz abgeworfen worden. Den Dialog nach der Veranstaltung imaginiere ich mir jetzt einfach mal dazu: „Und, wie fandest Du es so?“ „Ja, das war mal was Anderes“. Sollte das repräsentativ für die Wirkmacht es des Kabaretts im 21 Jahrhundert sein, so lasset denn fahren alle Hoffnung. „Die sitzen da wie ein Autistenkongress“ hat der österreichische Großmeister Josef Hader dem Publikum vor einigen Jahren vorgehalten.Mehr ansehen
Eingestellt am 28.9.2026
Wenn Du eine Weile im Ausland warst und kommst zurück nach Deutschland, dann merkst Du sofort, wie der Ton sich ändert. Da stehst du ganz entspannt in einer Autobahn-Raststätte (irgendwo in Sachsen-Anhalt of all places). Eine Angestellte steht an der Kasse und arbeitet die Kundschaft ab, eine räumt Zigarettenpackungen ins Regal. Plötzlich beginnt hinter Dir eine schnaubende Wutbürgerin die Einräumerin anzublaffen: „Können Sie gefälligst mal aufhören mit dem Einräumen und mich bedienen?“ Ja, so ist das guter Brauch im Lande der Richter und Henker. Wetten, die liegt nachts mit dem Ohr auf dem Parkettboden und überprüft, ob die Kinder der Nachbarn zu laut atmen? Und dann holt sie die Polizei.
Seite 4 von 13« Erste«...23456...10...»Letzte »