Aeon Zen

Aeon Zen

Inveritas
Richard Hinks Music I VÖ: 10.05.2019
Männer mit musikalischem ADHS-Syndrom

Fliegender Wechsel von hartem Stakkato Riff zu hochmelodiösen Hooks, ein bisschen hektisch das Ganze. ›Another Piece That Fits‹ klingt wie ein fahrender Zug, der mit kaputten Bremsen auf einen Rammbock zurast und dabei ein paarmal aus dem Gleis hüpft und doch wieder zurück in die Spur findet.Mehr ansehen

Bernie Shaw & Dale Collins

Bernie Shaw & Dale Collins

Too Much Information

LT Productions I VÖ: 13.09.2019

Tiger zu Bettvorlegern

Die Kollaboration zwischen Uriah Heep-Sänger Bernie Shaw und dem kanadischen Gitarristen Dale Collins basiert auf einer langjährigen Freundschaft auf acht Songs, deren Löwenanteil von Collins geschrieben wurde. Einiges davon haben die beiden schon einmal vor Jahren aufgenommen.Mehr ansehen

Bröselmaschine

Bröselmaschine

Elegy
MiG / Indigo I VÖ: 25.10.2019
Die zweite Rückkehr der Zentralhippies

»Einerseits kommen wir aus der Hippiezeit und haben auch dieses Flair, aber wir spielen eben auch Blues und Hardrock und akustische Gitarrenteile und Psychedelic-Teile mit Sitar und machen daraus ein Programm.« Mehr ansehen

Bruce Hornsby

Bruce Hornsby

Absolute Zero I VÖ: 11.04.2019
Zappo Productions
Filmmusik für Audiophile

Der vielstrapazierten Satz »da hat sich einer neu erfunden« ist hier wirklich einmal angebracht.Mehr ansehen

Datura4

Datura4

West Coast Highway Cosmic
Naturalsounds Records I VÖ: 17.4.2020

Die Wüste vollgeorgelt

Datura4 ist eine verschworene Bande von Veteranen der australischen Rockszene. Mit ihrem vierten Album legen sie einen Trip vor, der nach ständiger, ruheloser Bewegung in einem riesengroßen Land klingt. Mehr ansehen

Deep Purple

Deep Purple

Live in Rome 2013
earMusic/ Edel / VÖ: 20.12.2019
Mut zum neuen Material

Wer eines der Konzerte der Tour nach dem grandiosen Album Now What?! miterlebt hat, staunte über den geradezu revolutionären Mut, das aktuelle Material in der Setlist unterzubringen. Bis zu sechs der neuen Songs bekam das Publikum seinerzeit zu hören. Mehr ansehen

Deep Purple & Friends

Deep Purple & Friends

Celebrating Jon Lord – The Rocker

Edel / VÖ: 24.09.2014

2 CDs

Bewegende Momente

Ein großes Aufgebot an Musikern kam im April diesen Jahres in der Royal Albert Hall zusammen, um das Lebenswerk Jon Lords zu feiern. Auf dem Doppelalbum sind neben der aktuellen Deep Purple Besetzung unter anderen Glenn Hughes, Bernie Marsden, Micky Moody, Phil Campbell (The Temperance Movement), Bruce Dickinson zu hören. Modfather Paul Weller, der als erster zum Mikro greift, dürfte nicht gerade eine sichere Bank bei Deep Purple Fans sein. Doch ist er mit seinem rotzigen Charme genau richtig für den Sixties-Pop von Lords damaliger Band The Artwoods. Genauso passend die Wahl von Phil Campbell für zwei Paice Ashton Lord-Songs. Der Mann hat das Tresen-Timbre des Tony Ashton hörbar inhaliert. Glenn Hughes und Bruce Dickinson arbeiten sich an You Keep On Moving ab, und können es dabei leider nicht lassen, am Limit zu singen. Das klingt nach Hahnenkampf und Dickinson ist überdies nicht der Mann, Soul zu singen. Viel wichtiger als Detailkritik ist die Freude über die bewegenden Momente dieses einmaligen Abends, derer es reichlich gibt: Hughes’ sehr persönliche Ansage zu This Time Around‹, Gillans zittrige Stimme, als er im Deep Purple Set Above And Beyond ankündigt und die Zuhörer um absolute Stille für das Intro bittet. Der Rest ist Deep Purple Normalstandard, routiniert und doch immer wieder mit überraschenden Ideen: So etwa ›Lazy‹, das gleichzeitig an Leichtigkeit und Intensität gewinnt durch die Geige von Stephen Bentley-Klein, und die ungebrochene Improvisationsfreude dieser lautesten Jazzcombo der Welt in einem neuen Licht erscheinen lässt.

8/10

Downes Braide (DBA)

Downes Braide (DBA)

Live in England

Magical Thinker Records I VÖ: 29.11.2019

Tanztee im Prog-Café

Die Zusammenarbeit von Keyboarder Geoff Downes (Yes, Asia, Buggles) mit dem amerikanischen Multi-Instrumentalisten, Komponisten und Produzenten Christopher Braide hat bislang drei Studioalben hervorgebracht. Mehr ansehen

Epitaph

Epitaph

Long Ago Tomorrow
MiG Music I VÖ: 26.04.2019
Kalorienhaltige Backmischung

50 Jahre Epitaph: das bedeutet 50 Jahre verlässliche, grundsolide Musik. Nicht immer originell, aber gerade in jüngster Zeit mit möglichst breiter stilistischer Vielfalt ausgestattet.Mehr ansehen

Flying Colors

Flying Colors

Flying Colors

Second Nature

Mascot Records / VÖ: 30.09.2014

Suhlen im Wohlklang

Es sind garnicht so sehr die zwei langen Stücke, die das zweite album der Prog-Rock-Supergroup zu einem solchen Genuss machen. Klar ist es eine Wohltat zu hören, wie sie im 13minütigen Open Up Your Eyes die Spannung halten, dabei mehrmals Haken schlagen, dabei immer auf dem schmalen Grat zwischen Melodieseligkeit, Härte und Komplexität balancierend. Noch schöner aber ist die Detailverliebtheit, die gerade die kürzeren Songs zu einem wahren Freudenfest macht: Das geradlinig marschierende Mask Machinemit seiner ideenreichen Instrumentierung, die kantige Riffs in Kontrast zu einem butterweichen Chor setzt. ›A Place In Our World besticht durch Beatles-Harmonien und großartiges Orgelspiel. Peaceful Harbor schließlich hat Gospel-Qualitäten, ohne dass man sich gleich in die Kirche geschickt fühlt. In One Love Forever findet der aufmerksame Beobachter des Schaffens von Steve Morse jenes Country-Folk-Flair wieder, die schon ›The Aviator‹ auf Morses Deep Purple-Debüt Purpendicular zu einem aussergewöhnlichen Kabinettsückchen gemacht hatte. Das Album ist die eleganteste, emotionalste Kreuzung zwischen Pop, Rock und Prog, die je zu hören war. Fast immer feierlich, nie pompös oder pseudo-bedeutungsschwanger umwölkt. Einzig Mike Portnoys Drumming ist – wieder mehr als auf dem Debüt – von Größenwahn überschattet. Aber diese unfassbar schöne Musik kriegt auch er nicht zerhackt.

9/10