„Everyman“ in Pforzheim: Ein Blick hinter die Kulissen (2019)

„Everyman“ in Pforzheim: Ein Blick hinter die Kulissen (2019)

Mit Energie und Leidenschaft

Notiz: Für die großartige Inszenierung des „Jedermann“-Stoffes am Stadttheater Pforzheim war musikalisch die Kaiserslauterner Progmetal-Band Vanden Plas zuständig. Zusammen mit einem großen Ensemble inklusive Orchester, Opernchor, Tänzern wurde ein opulente Vision geschaffen. Ich konnte im Vorfeld bei den Proben zuschauen und mich ausführlich mit zwei der Hauptdarsteller – Chris Murray und Andy Kuntz – in aller Ausführlichkeit unterhalten. Es war mir ein Fest, bei dem ich wieder mal was gelernt habe. Der Artikel erschien im ROCKS und den BNN in jeweils gekürzter Fassung.

Fotos: Copyricht Sabine Haymann

Vanden Plas sind eine der produktivsten deutschen Progressive Metal Bands. Neben ihren regulären CD-Veröffentlichungen ist die Band um Sänger Andy Kuntz immer wieder an aufwendigen Theater–Projekten beteiligt. Das bislang letzte ist Everyman, die Umsetzung des klassischen Jedermann-Stoffes, derzeit am Theater Pforzheim zu sehen. Ein Blick hinter die Kulissen einer solchen Crossover-Inszenierung.Mehr ansehen

80 Jahre Udo Lindenberg. Eine kritische Würdigung

80 Jahre Udo Lindenberg. Eine kritische Würdigung

Eingestellt am 1.10.2026

Udo Lindenberg wurde in diesem Jahr 80 Jahre alt. Die Presse überschlug sich sich geradezu panisch vor Lobeshymnen. Der Rolling Stone, die Prawda des Musikjournalismus, machte Lindenberg zur Titelgeschichte. Die ZEIT druckte eine ganzseitiges Interview mit Benjamin Stuckrad-Barre, dem Lindenberg-Verehrer, -verklärer und -erklärer der Nation. Wir erfahren darin Sensationelles: Der kleine Benjamin, der sich schon im Alter von sieben Jahren als Udos Freund betrachtete, hat kürzlich mit Udo telefoniert, und der habe ihn mitten im Gespräch gefragt, wo denn wohl der Lichtschalter in seinem, Udos Hotelzimmer, sein könne. Weiter berichtet Stuckrad-Barre noch, Udo habe auch nicht gewusst, wo die Küche in seiner Berliner Wohnung ist. Na, wozu hat man gute Freunde. Aber sonst ist heute wieder alles klar? Keine Panik auf der Andrea Doria? Oder so?Mehr ansehen

Airey, Don (2018) Hammond-Magie

Airey, Don (2018) Hammond-Magie

One Of A Kind: Kein Egotrip

Er kann offenbar nicht genug kriegen: Deep Purple-Keyboarder Don Airey feiert am 21. Juni seinen 70. Geburtstag. Ruhestand ist allerdings ein Fremdwort für ihn. Kaum tut sich ein Zeitfenster in der Tour der Stammband auf, spielt er sich mit seiner eigenen Band vierzehn Tage quer durch die europäischen Clubs. Obendrein erscheint Ende Mai noch eine neues Soloalbum mit dem Titel One Of A Kind

Erstveröffentlichung im ROCKS Magazin 2018

»Es ist eine Gewohnheit. Wenn man’s nicht macht, vermisst man es. Es hat etwas von Drogenabhängigkeit«, lacht er. »Jack Bruce hat mir mal erzählt, dass er einmal ein Jahr lang nichts gemacht hat, und danach zwei Jahre lang gebraucht hat, um wieder Fuss zu fassen. Wenn man sein professionelles Level halten will, muss man immer vor Publikum spielen.« Das neue Album ist – mehr als alles, was Airey bislang unter seinem Namen veröffentrlicht hat, ein Bandalbum und damit alles andere als der Egotrip eines selbstverliebten Tastnvirtuosen. »Wir haben vor allem auf Melodien Wert gelegt, und versucht, es nicht allzu progressiv klingen zu lassen, immer wieder zum eigentlichen Song zurückzukehren.« Mehr ansehen

Angst vor der wilden Frau? Begegnungen mit Beth Hart

Angst vor der wilden Frau? Begegnungen mit Beth Hart

Erstellt am 24.7.2025

Als ich Beth Hart zum ersten Mal treffen sollte, hatte ich richtig Schiss. Ich bin doch nur der kleine Thomas aus der Provinz und kenne mich nicht so aus in der Welt der amerikanischen Stars, dachte es in mir. Ich kannte nur ein paar Videos aus ihren wilden Zeiten, in denen sie sich schreiend auf der Bühne wälzt …. und ich wusste: Die Frau hat so einiges an Drogen eingepfiffen früher. So ereilte mich denn 2012 der Auftrag, ich möge die wilde Sängerin im Hotel gleich um die Ecke am Mendelssohn-Platz in meiner Stadt treffen auf ein Plauderhalbstündchen.Mehr ansehen

Anna Mateur. Eine ganz große Kleinkünstlerin. Eine Hommage (2026)

Anna Mateur. Eine ganz große Kleinkünstlerin. Eine Hommage (2026)

Eingestellt am 7.10.2026

Fotos sind von einem Auftritt in Karlsruhe 2022

Kürzlich hatte ich mich mal an anderer Stelle beschwert, es gebe zu wenig komische Frauen in Deutschland. Dafür entschuldige ich mich in aller Form. Ich hatte Anna Mateur vergessen. „Schreiben Sie das auf!“ hat sie mir – dem Rezensenten von der Lügenpresse – einmal mehrfach zugerufen. Aber, zu Hülf: wie soll man all das mitstenografieren, was sie in diesem Kaleidoskop hochintelligenten Irrsinns auf das Publikum einprasseln lässt? Das ist ein paar Jährchen her, 2022 war es. Jetzt habe ich die Mateur wieder erlebt, diesmal im Zentral-Zelt des schrägen Entertainments, der Berliner „Bar jeder Vernunft“.Mehr ansehen

BAP (2005) Drei mal zehn Jahre

BAP (2005) Drei mal zehn Jahre

Bloss keine Nostalgieveranstaltung

Diesen Artikel habe ich 2005 für Melodie & Rhythmus geschrieben, im Vorfeld eines dieser hocherfreulichen BAP-Jubiläen. 2006 wurde BAP 30. Dazu gab es das Album „Dreimal zehn Jahre“, am 14. Januar 2006 begann die Jubiläumstour in der Kölnarena. Zum Erscheinen der Doppel CD gab es eine Präsentation, bei der auch einige der musikalischen Gäste (Thomas D., Marta Jandova, Henning Wehland) vorbeischauten. Wolfgang Niedecken und Michael Nass hatten anschließend viel Zeit, um über Vergangenheit und Zukunft, Erwartungshaltungen und Pläne, Ost und West zu reden….

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BAP: Eine Sommertour-Reportage (2007)

BAP: Eine Sommertour-Reportage (2007)

Anfang Juli 2007: Die „Drei mal zehn Jahre“ Tour neigt sich ihrem Ende zu. Rund 80 Konzerte hat die Band seit den beiden Auftaktkonzerten am 14. und 15. Januar 2006 in der Kölnarena gespielt, dort allein haben 24.000 Fans mitgefeiert, insgesamt haben rund 300.000 Menschen bislang die Jubiläumstour gesehen. Abgesehen von der Hallentournee, die im März bis Sommer 2006 gelaufen ist, liegen die Dates der restlichen Tour relativ locker verteilt.Mehr ansehen

Beggars Opera (2013)

Beggars Opera (2013)

Mit der Zeitmaschine zu Franz von Suppé

Erstmals erschienen im ROCKS Magazin 2013 / Fotos: Archiv Martin Griffiths

 Die schottische Band Beggars Opera begann als Klassik-Interpreten im Stil von The Nice (allerdings mit einer zupackenden E-Gitarre) und entwickelten sich zu Progressiv-Rockern, die Songs mit Hitpotenzial schreiben konnten. Ihren Namen hatten sie John Gays satirischem Singspiel „The Beggars Opera“ von 1727 entlehnt. Ihre ersten drei – die entscheidenden – Alben, zwischen 1970 und 1972 veröffentlicht, wurden zudem von Martin Griffiths‘ ungewöhnlicher Stimme geprägt.Mehr ansehen

Birth Control (2018)

Birth Control (2018)

Lass mich in Ruhe mit Krautrock! Birth Control – Markenzeichen seit 1968

Erschienen im ROCKS Magazin, 2018

Birth Control lebt. Die aktuelle Besetzung anno 2018, von links nach rechts. Hannes Vesper (Bass), Manni von Bohr (Schlagzeug), Peter Föller (Gesang), Martin Ettrich (Gitarre), Sascha Kühn (Keyboards). Foto Copyright Eric Haring.

Live-Fotos: Copyright Roland Oder lightandshadow-photography.de

Gamma Ray – der Dauerbrenner in Discotheken und zugleich fesselnder Rockgroove. Der singende Trommler Bernd Noske. Eine unüberschaubare Menge von Umbesetzungen und ein faszinierender musikalischer Zickzack-Kurs von Hardrock zu Artrock, Prog und zurück. Das ist die Geschichte von Birth Control. Sie beginnt 1966 mit dem 16jährigen Trommler Hugo Egon Balder, der die Band mit dem Bassisten Bernd Koschmidder gründet, und ist auch 52 Jahre später noch nicht zu Ende.Mehr ansehen

Bloodrock. Mehr als Blut und Katastrophen (2008)

Bloodrock. Mehr als Blut und Katastrophen (2008)

Fort Worth’s Best

Sie wurden von Grand Funk Railroad Produzent Terry Knight entdeckt. Er produzierte ihre ersten drei Alben und verpasste ihnen einen ähnlichen, harten, aber viel differenzierteren Sound als dem lauten Trio. Sie spielten im Vorprogramm von Jimi Hendrix und machten einen scheußlichen, blutigen Song, der einen Unfalltod aus der Sicht des Sterbenden förmlich zelebriert, zum Kultsong. Bevor sie sich auflösten mutierten sie zur Progressive-Rock Band, aber außer in Fort Worth, Texas, erinnert sich wohl kaum jemand an Bloodrock, die zwischen 1970 und 1974 sieben offizielle Alben veröffentlichten.Mehr ansehen