Mit Energie und Leidenschaft
Notiz: Für die großartige Inszenierung des „Jedermann“-Stoffes am Stadttheater Pforzheim war musikalisch die Kaiserslauterner Progmetal-Band Vanden Plas zuständig. Zusammen mit einem großen Ensemble inklusive Orchester, Opernchor, Tänzern wurde ein opulente Vision geschaffen. Ich konnte im Vorfeld bei den Proben zuschauen und mich ausführlich mit zwei der Hauptdarsteller – Chris Murray und Andy Kuntz – in aller Ausführlichkeit unterhalten. Es war mir ein Fest, bei dem ich wieder mal was gelernt habe. Der Artikel erschien im ROCKS und den BNN in jeweils gekürzter Fassung.
Fotos: Copyricht Sabine Haymann
Vanden Plas sind eine der produktivsten deutschen Progressive Metal Bands. Neben ihren regulären CD-Veröffentlichungen ist die Band um Sänger Andy Kuntz immer wieder an aufwendigen Theater–Projekten beteiligt. Das bislang letzte ist Everyman, die Umsetzung des klassischen Jedermann-Stoffes, derzeit am Theater Pforzheim zu sehen. Ein Blick hinter die Kulissen einer solchen Crossover-Inszenierung.Mehr ansehen
Eingestellt am 1.10.2026
Udo Lindenberg wurde in diesem Jahr 80 Jahre alt. Die Presse überschlug sich sich geradezu panisch vor Lobeshymnen. Der Rolling Stone, die Prawda des Musikjournalismus, machte Lindenberg zur Titelgeschichte. Die ZEIT druckte eine ganzseitiges Interview mit Benjamin Stuckrad-Barre, dem Lindenberg-Verehrer, -verklärer und -erklärer der Nation. Wir erfahren darin Sensationelles: Der kleine Benjamin, der sich schon im Alter von sieben Jahren als Udos Freund betrachtete, hat kürzlich mit Udo telefoniert, und der habe ihn mitten im Gespräch gefragt, wo denn wohl der Lichtschalter in seinem, Udos Hotelzimmer, sein könne. Weiter berichtet Stuckrad-Barre noch, Udo habe auch nicht gewusst, wo die Küche in seiner Berliner Wohnung ist. Na, wozu hat man gute Freunde. Aber sonst ist heute wieder alles klar? Keine Panik auf der Andrea Doria? Oder so?Mehr ansehen
One Of A Kind: Kein Egotrip
Er kann offenbar nicht genug kriegen: Deep Purple-Keyboarder Don Airey feiert am 21. Juni seinen 70. Geburtstag. Ruhestand ist allerdings ein Fremdwort für ihn. Kaum tut sich ein Zeitfenster in der Tour der Stammband auf, spielt er sich mit seiner eigenen Band vierzehn Tage quer durch die europäischen Clubs. Obendrein erscheint Ende Mai noch eine neues Soloalbum mit dem Titel One Of A Kind
Erstveröffentlichung im ROCKS Magazin 2018
»Es ist eine Gewohnheit. Wenn man’s nicht macht, vermisst man es. Es hat etwas von Drogenabhängigkeit«, lacht er. »Jack Bruce hat mir mal erzählt, dass er einmal ein Jahr lang nichts gemacht hat, und danach zwei Jahre lang gebraucht hat, um wieder Fuss zu fassen. Wenn man sein professionelles Level halten will, muss man immer vor Publikum spielen.« Das neue Album ist – mehr als alles, was Airey bislang unter seinem Namen veröffentrlicht hat, ein Bandalbum und damit alles andere als der Egotrip eines selbstverliebten Tastnvirtuosen. »Wir haben vor allem auf Melodien Wert gelegt, und versucht, es nicht allzu progressiv klingen zu lassen, immer wieder zum eigentlichen Song zurückzukehren.« Mehr ansehen
Erstellt am 24.7.2025
Als ich Beth Hart zum ersten Mal treffen sollte, hatte ich richtig Schiss. Ich bin doch nur der kleine Thomas aus der Provinz und kenne mich nicht so aus in der Welt der amerikanischen Stars, dachte es in mir. Ich kannte nur ein paar Videos aus ihren wilden Zeiten, in denen sie sich schreiend auf der Bühne wälzt …. und ich wusste: Die Frau hat so einiges an Drogen eingepfiffen früher. So ereilte mich denn 2012 der Auftrag, ich möge die wilde Sängerin im Hotel gleich um die Ecke am Mendelssohn-Platz in meiner Stadt treffen auf ein Plauderhalbstündchen.Mehr ansehen
Eingestellt am 7.10.2026
Fotos sind von einem Auftritt in Karlsruhe 2022
Kürzlich hatte ich mich mal an anderer Stelle beschwert, es gebe zu wenig komische Frauen in Deutschland. Dafür entschuldige ich mich in aller Form. Ich hatte Anna Mateur vergessen. „Schreiben Sie das auf!“ hat sie mir – dem Rezensenten von der Lügenpresse – einmal mehrfach zugerufen. Aber, zu Hülf: wie soll man all das mitstenografieren, was sie in diesem Kaleidoskop hochintelligenten Irrsinns auf das Publikum einprasseln lässt? Das ist ein paar Jährchen her, 2022 war es. Jetzt habe ich die Mateur wieder erlebt, diesmal im Zentral-Zelt des schrägen Entertainments, der Berliner „Bar jeder Vernunft“.Mehr ansehen
„Dreimal zehn Jahre“ – Die Präsentation
Vorbemerkung: Das ist fast der Wortlaut des Interviews, geführt am Tag der Präsentation von „Dreimal zehn Jahre“ in Köln, im Clubraum Ost, am 16.11.2005. Ich war extra zu dieser Presseveranstaltung angereist, bei der auch reichlich Gelegenheit für erhellende und ausführliche Einzelinterviews war. Damit wir ehrlich bleiben: „Fast“ deshalb, weil meine Fragen nicht druckreif formuliert waren und deshalb nachbearbeitet wurden. Der innere Sinnzusammenhang wurde dadurch nicht verfälscht. Die gelegentliche „kölsche Satzstellung“ bei Wolfgangs Antworten wurde dem Hochdeutschen behutsam angepasst. Die Reihenfolge der Fragen und Antworten wurde an mehreren Stellen verschoben, um dem Ganzen einen besseren thematischen Fluss zu geben. Zwei, drei „Spezialistenfragen“, die mich, aber nicht Euch interessieren, habe ich weggelassen. Das Interview wurde verwertet in Artikeln der Badischen Neuesten Nachrichten, Karlsruhe und Melodie & Rhythmus, Berlin.
Die Idee des Albums war, die Bandgeschichte chronologisch mit den repräsentativen Songs abzubilden, und dabei so zu tun, als seien die Songs gerade in der aktuellen Besetzung entstanden. Vieles klingt ungewohnt, ohne die typischen BAP-Trademarks aufzugeben. So kommt „Anna“ kommt gänzlich ohne Reggae-Grooves aus, „Fortsetzung folgt“ ist härter und schneller, „Kristallnaach“ ist dynamischer, gitarrenlastiger geworden. Der Sound ist durchgehend direkter, roher. Näher an dem, wie BAP schon auf der SONX-Tour klang. Respekt vor den Klassikern und gleichzeitig Aufbruch ins nächste Jahrzehnt. Das steht als ungeschriebenes Gesetz über dem ganzen Projekt. Wolfgang Niedecken wirkt am Erscheinungstag des Albums wie jemand, der sich nicht mehr fragen muss „ob ich jetzt’ do bin, wo ich hinjewollt han“. Da sitzt jemand, der genau weiß, wie er mit seinem bisherigen Lebenswerk umzugehen hat:
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Bloss keine Nostalgieveranstaltung
Diesen Artikel habe ich 2005 für Melodie & Rhythmus geschrieben, im Vorfeld eines dieser hocherfreulichen BAP-Jubiläen. 2006 wurde BAP 30. Dazu gab es das Album „Dreimal zehn Jahre“, am 14. Januar 2006 begann die Jubiläumstour in der Kölnarena. Zum Erscheinen der Doppel CD gab es eine Präsentation, bei der auch einige der musikalischen Gäste (Thomas D., Marta Jandova, Henning Wehland) vorbeischauten. Wolfgang Niedecken und Michael Nass hatten anschließend viel Zeit, um über Vergangenheit und Zukunft, Erwartungshaltungen und Pläne, Ost und West zu reden….
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Radio Pandora. Doppelt hält besser.
Notiz: 2008 veröffentlichten BAP das Album Radio Pandora, in einer Plugged- und einer Unplugged-Version. Allein für die Idee, Jack Kerouacs über fünfzig Jahre altem Urknall aller Roadmovie-Literatur „On the Road“ ein musikalisches Denkmal zu setzten, war eine großartige Idee. Dieses Bebop-geschwängerte Buch mit einer Rocknummer zu würdigen, war ein Hinweis darauf, wie viel Stimmungen diese beiden Alben einfangen. Der Texter Niedecken setzte auf die mal stürmische, mal melancholische Musik, die zum Großteil von seinen Kollegen Helmut Krumminga und Micheal Nass geliefert wurde, mit der Grundhaltung eines skeptischen Optimisten seine Themen „Glaube, Hoffung, Liebe“ ins Werk, wie schon auf dem „Sonx“ Album 2004, aber mit deutlich mehr Zwischentönen, aber ohne überladene Arrangements. Auf dem Unplugged-Album sowieso, denn es wurde fast ohne Overdubs live eingespielt. Bei den Aufnahmen dafür war ich zwei Tage lang „live“ im Studio dabei. Das gespräch mit Wolfgang Niedecken führte ich am 6.5.2008 in Köln, zwischen dem Ende der Seesions und der Veröffentlichung mit einem Präsentationskonzert im Essener Programmkino „Lichtburg“. Die Live-Fotos habe ich bei diesem Konzert gemacht. Here we go…..
Das erste was mir auffiel und was mich gefreut hat, war „Wat für e Booch“ – der Rock’n’Roll-Song zu einem Buch, in dem Jazz eine große Rolle spielt.
Als ich das das erste Mal gelesen habe, hab ich den Schriftsteller gar nicht einordnen können. Das war einfach nur ein Buch, von dem ich wusste, da geht’s ab… das war mir empfohlen worden, und zwar im Zusammenhang mit Dylan, damals hat man mir erzählt, dass ein anderes Buch von Kerouac für Bob Dylan sehr wichtig gewesen ist: Dylan ist damals mit „The Subterraneans“ überall rumgerannt. Der deutsche Titel ist ’ne Katastrophe: „Bebop Bars und weißes Pulver“ – warum kann man das nicht einfach „Die Unterirdischen“ nennen? Das hat bei Dylan dann zum „Subterranean Homesick Blues“ geführt… Na ja, Kerouac war das Kultbuch, das musste man lesen. Mir war aber damals nicht bewusst bei dieser Beat Generation, Ginsberg, William Borroughs, dass sich später mal Kontakt mit einem der Jungs haben würde, nämlich mit dem Maler Larry Rivers. Mehr ansehen
Anfang Juli 2007: Die „Drei mal zehn Jahre“ Tour neigt sich ihrem Ende zu. Rund 80 Konzerte hat die Band seit den beiden Auftaktkonzerten am 14. und 15. Januar 2006 in der Kölnarena gespielt, dort allein haben 24.000 Fans mitgefeiert, insgesamt haben rund 300.000 Menschen bislang die Jubiläumstour gesehen. Abgesehen von der Hallentournee, die im März bis Sommer 2006 gelaufen ist, liegen die Dates der restlichen Tour relativ locker verteilt.Mehr ansehen
Mit kleinerer Besetzung abrocken
NOTIZ: Das Gespräch mit Wolfgang Niedecken habe ich am 1.3.2004, dem Release-Tag der Veröffentlichung des Sonx-Albums im Travelling Tunes Büro in Köln geführt.
Heute ist der Tag der Wahrheit oder so ähnlich. Bist Du wirklich aufgeregt?Mehr ansehen
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