Warnhinweis: Bevor Sie das lesen, sollten Sie wissen: Die allein selig machende Religion des Autors heisst Deep Purple. So, jetzt zum Thema. 2005 erscheint das Album „Rapture Of The Deep“, das neben dem grandiosen Titelsong wenig Material enthält, an das sich heute noch jemand erinnert. Was auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Band damals wenig vorbereitet ins Studio ging und eher durch solides Handwerk denn überzeigendes Songwriting zu punkten wusste. Zudem klingt die Produktion dünn und kraftlos. Besonders der Schlagzeugsound ist zum verzweifeln: Ian Paices Drums klingen gerade so, als trommle er auf alten Waschmittel-Kartons.Mehr ansehen
Am 19. August 2026 ist Ian Gillan 81 Jahre alt geworden. Seine Band hat Anfang Juli ein neues Album mit dem Titel „Splat!“ veröfentlicht. Die laufende Welttournee umfasst nahezu 100 Konzerte. Gillan ist zwar „nur“ einer von vier Sängern, die der Band seit ihrer Gründung vor 58 Jahren vorstanden. Aber für Gläubige der Holy Church Of Deep Purple ist er der Sänger, kein anderer. Interviews (die ich leider immer nur am Telefon führte) mit ihm waren für mich immer mehr als Frage-Antwort-Spielchen. Es war immer die Musik-Debatte, die man am liebsten im Freundeskreis bei gutem Wein führt.Mehr ansehen
Die ist ein „historisches Interview“, das ich mit dem „Gitarrenlehrer der Nation“ geführt habe. Anlass war die Veröffentlichung der Bröselmaschine-Werkschau in einer großen Jubiläumsbox. Ich durfte die Liner Notes für diese Veröffentlichung schreiben. Das Gespräch mit Peter in deiem Duisburger Garten war die Grundlage meines Textes. Hier könnt Ihr es hören, in voller Länge und mit Vogelgezwitscher im Hintergrund. Es gab viel zu erzählen über die lange Geschichte dieser einzigartigen Band. „Wir wollten einfach unsere Musik machen, frei von allen Zwängen, möglichst orientierungslos, aber auch mit Einflüssen aus England und den USA – aber eben nicht Pete Seeger oder Joan Baez.“ Bands wie Pentangle, Incredible String Band und Fairport Convention gaben die ungefähre Richtung vor – allesamt in der Folk-Tradition verwurzelt, aber musikalische Freidenker. Die rein akustische Musik des ersten Albums hatte aber auch einen ganz praktischen Hintergrund, lacht Peter Bursch: „Wir haben uns immer bei Jürgensen in Düsseldorf – das war damals das größte Musikhaus – die Nase an der Scheibe plattgedrückt, und die teuren E-Gitarren angeguckt, die wir uns nicht leisten konnte. Und dann wurden uns auch noch Gitarren geklaut. In unserer Wohngemeinschaft schliefen auch Tramper, die wir mitgenommen hatten. Zwei so bekloppte Tramper haben uns zwei Gitarren geklaut. Einen Tag später mussten wir uns fürs Studio Gitarren leihen.“ Was in den folgenden Jahrzehnten noch alles passierte: Hier könnt Ihr es nachhören……
Die Seilschaft und ihr Album „Dein Paket“. Ein Gespräch mit Michael Nass.
Bandfotos: Copyright Die Seilschaft Live-Foto: Copyright Dominik Balkow.
1992 war es, als der Liedermacher Gerhard Gundermann begann, mit einer Band aufzutreten. Die Seilschaft machte seine Lieder zu kraftvollen Rocksongs und verschaffte ihm vor allem im Osten Deutschlands bis zu seinem plötzlichen Tod 1998 eine treue Fangemeinde. Gundermann & Seilschaft spielten unzählige Konzerte, auch im Vorprogramm von Joan Baez und Bob Dylan und wurden ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Im Westen blieb die Band allerdings eher ein Geheimtipp. Das beginnt sich seit 2018 durch den preisgekrönten Film „Gundermann“ von Andres Dresen zu ändern. Die Musiker hatten schon 2008 erstmals wieder bei einem Gedenkkonzert in der Berliner Columbiahalle gemeinsam auf der Bühne gestanden. Jetzt ist „Dein Paket“, das erste Album mit neuen, eigenen Songs erschienen. Ein Album, dessen Musik sich zwischen Rock und Folk, zwischen kraftvollen Mutmacher-Nummern und verhaltener Melancholie bewegt. Die Texte fangen Momentaufnahmen und Stimmungen ein. In den besten Momenten erzählen sie eine Geschichte, für die andere einen Roman geschrieben hätten. Mehr ansehen
Was sagt Tex Dixigas, wenn er nach seinem Beruf gefragt wird? „Ich bin Schallplattenhändler. Ich sammle erstmal, und wenn ich was gekauft habe, wird es für meine Sammlung gerettet und das andere Zeug wird verkauft. Ich habe also das Hobby zum Beruf gemacht und vielleicht ein bisschen übertrieben.“ In seinem mit Vinyl vollgestopften Laden, den er mit seinem Geschäftspartner Marco Sommer nahe beim Karlsruher Hauptbahnhof betreibt, findet sich Gängiges, aber auch Rares und Schräges in großer Auswahl.
„Abrocken, wenn’s schee macht!“: Die Dorfcombo ist wieder da!
Foto-Copyright „historisches Foto“, Pressebild und Autogrammkarte von 1991: Marion Zappe
Man schreibt das Jahr 1985. Die ganze Welt ist verseucht von schrecklichem Synthesizergedöns á la Depeche Mode oder sonstigem Popperkram. Gitarren und echte Bläser kennt niemand mehr. Wirklich? Nein, die kleine Stadt Rheinstetten leistet erbitterten Widerstand. Ihre Waffe heisst Dorfcombo, eine trotzige Chaostruppe, für die deren erdige Musik Blues und Rock’n’Roll der Massstab aller Dinge ist. 1993 gewinnt sie den SWF 3 Wettbewerb mit „Es ist immer einer besser“. Es folgen Fernsehauftritte, das erste Video, 13 Wochen Top Ten in der SWF 3-Hitline, ein Plattenvertrag, bundesweite Tourneen mit insgesamt an die tausend Konzerten bis 2005. Dann ist zunächst einmal Schluss. „Das schließt aber nicht aus, dass wir uns in ein paar Jahren mal wieder zu Reunion-Auftritten treffen“, sagt Sänger Ralf Maurer alias Fummel damals.Mehr ansehen
Auf den Spuren von Jeanne D’Arc. Mit Eloy ins Mittelalter
Frank Bornemann ist ein Verrückter, im besten Wortsinn. Wenn er ein Projekt angeht, dann mit voller Überzeugung. Der Eloy Mastermind ging schon seit Jahrzehnten mit dem Thema Jeanne d’Arc schwanger, 2017 hat er es mit einem Gutteil seiner alten Mitstreiter unter dem alten Bandnamen Eloy unter dem Titel „The Vision, The Sword & The Pyre“ veröffentlicht – den ersten Teil, 2019 folgte der zweite. Weil ich aus früheren Telefoninterviewes wusste, dass Frank auf jede Frage eine etwa 90minätige Antwoirt gibt, beschloss ich: Ab jetzt fährste hin, wenn Du mit ihm reden willst. Und so geschah es. Man traf sich im Studio, Frank, seine Gattin und der Hund empfingen mit Kaffee und Kuchen und es begann jeweils eine kombinierte exklusive Abhör- und Interview-Session. Daraus wurden die nun folgenden beiden Geschichten, veröffentlicht 2017 und 2019 im ROCKS Magazin.
Vor zwei Jahren haben Europe mit War Of Kings ein von Kritik und Fans gleichermassen hochgelobtes Album veröffentlicht, 2016 haben sie in zehn Konzerten noch einmal ihr Erfolgsalbum The Final Countdown in voller Länge abgefeiert, und nun legen sie mit Walk The Earth ihr elftes reguläres Studialbum vor, das den Europe-Sound – zumindest in Nuancen – neu definiert.
»Die Haltung, die dahintersteht, die Arbeitsweise, war bei beiden Alben ziemlich ähnlich. Ich finde allerdings, Walk The Earth ist ein bisschen mehr Abenteuer, was Aufnahmetechnik, Texte und Songwriting generell betrifft. Wir hatten viel Spaß dabei, ein bisschen mehr zu experimentieren – genauso wie wir Spaß hatten, wieder große Riffs und Melodien zu erfinden«, sagt Joey Tempest. Während War Of Kings fast durchgängig ein melodiesattes Statement für den Überlebenswillen des Genres Classic Rock war, erlaubt sich das Quintett nun wieder gelegentlich, seine schräge, düstere Seite – allerdings in vorsichtiger Dosierung – hervorzukitzeln. Mehr ansehen
Zuerst veröffentlicht im ROCKS Magazin 2020. Das Ergebnis eines – wie immer höchst anregenden – Gesprächs mit Herrn Dick. In der Vorberitung hatte ich mir eine Folge seines höchst unterhaltsamen Videoblogs „Fish On Friday“ angeschaut, und mich über den Einstieg amüsiert. Da nämlich zeigte er seinen Fans das Getränk, das er aus Sicherheitsgründen während der Aufzeichnung zu sich nahm: Erdinger Weissbier alkoholfrei. Genau die Droge, die ich seit einigen Tagen zum Zeitpunkt des Interviews zu mir nahm. Auch darüber redeten wir, aber auch über seine Sehnsucht nach Karlsruhe, über die Zipperlein älterer Herren – das alles steht nicht in dm Artikel. Aber wenn ich Zeit habe, kommt irgendwann das ganze Interview im Wortlaut noch auf dieser Seite….. also: hier ist der Artikel
Der lange Schotte macht Ernst: Mit dem Album Weltschmerz und der (hoffentlich) folgenden Tour beendet Fish seine Karriere als Musiker. Danach will er sich aufs Schreiben verlegen, konkrete Plöäne allerdings gibt es noch nicht. Mit dem opulenten Doppelalbum breitet er noch einmal seine Sicht auf den Zustand der Welt aus. Und die ist erwartungsgemäß melancholisch-düster.
„Ich bin die Urmutter“ Eine Begegnung mit Joy Fleming
Joy Fleming beantwortet sogar Fragen, die ihr gar niemand gestellt hat: „Ich mag des ned, wann mer mich immer frogt; wie singt dann die Lena, was macht die? Was soll ich damit, ich kenn‘ die Fraa garnet“. Soviel zum Thema neues deutsches Fräuleinwunder. Jetzt zu den ernsten Themen. Joy Fleming braucht nicht viel: Sie kommt mit ihrem kleinen Schminkköfferchen reingerauscht, ein Blick in den mitgebrachten Spiegel, fertig. Maske vor der TV-Aufzeichnung? Fehlanzeige. Sie hat ja ihre Stimme dabei, das reicht. Joy Fleming, wie sie leibt und lebt. Am Donnerstagabend war sie im bei der Aufzeichnung der „Deutschen Schlager Hitparade“ in Alten Event Fabrik Waldbronn-Neurod zu Gast und stellte Titel aus ihrer neuen CD „So bin ich“ vor.Mehr ansehen
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