Audrey Horne

Audrey Horne

Audrey Horne

Indie / Soulfood Music / VÖ: 26.10.2010

Was will es uns sagen, wenn eine Band sich nach Audrey Horne benennt, einem Charakter aus der TV-Serie „Twin Peaks“? Einer mysteriösen, sexy Dame? Vielleicht, dass ihre Musik mysteriös und sexy klingt? Exakt so ist es: Mehr ansehen

Ayreon

Ayreon

The Theory Of Everything

Inside Out / VÖ: 28.10.2013

Die falbelhafte Welt des Arjen

Arjen Lucassen hält mit unerschrockener Standhaftigkeit das Genre Rockoper am Leben. Nun hat er wieder einmal unter der Ayreon Flagge Gastsänger (dieses Mal nur sieben!) versammelt und dazu Progrock-Veteranen wie Rick Wakeman, Keith Emerson, John Wetton und Steve Hackett. Mehr ansehen

Ayreon

Ayreon

01011001

Inside Out/SPV / VÖ: 28.1.2008

Arjen Lucassen macht Rockopern. In schöner Regelmäßigkeit haut der holländische Gitarrist, der dereinst mit der Metalband „Vengeance“ nicht ganz den Erfolg erlangte, der ihm zugestanden hätte, Doppelalbum um Doppelalbum heraus. Die alles haben, was der Genrefreund begeht: Mehr ansehen

Badger

Badger

One Live Badger (Re-Release)

Esoteric Recordings / VÖ: 27.5.2016 / Original-Release 1973

1971 verlässt Keyboarder Tony Kaye unfreiwillig Yes und tut sich mit dem Bassisten und Sänger David Foster zusammen, dem Komponisten des Titelsongs des zweiten Yes-Albums Time And A Word. Sie rekrutierten Drummer Roy Dyke (ex-Ashton Gardner & Dyke). Mehr ansehen

Banco

Banco

Transiberiana

InsideOut Music I VÖ: 10.05.2019

Italo-Prog für Gourmets

Nein, es ist keine Wohlfühl-Musik, wie sie die PFM, die Konkurrenten um den italienischen Altmeister-Prog-Thron auf ihrem letzten Album präsentiert haben. Von einer autobiographischen Reise spricht Gründungsmitglied Vittorio Nocenzi,Die Italo-Prog-Legende mit dem langen Namen – kurz Banco, gegründet 1969 – hatte ihr bislang letztes Studioalbum 1994 veröffentlicht. Nach dem Unfalltod des charismatischen Sängers Francesco Di Giacomo 2014 hatte wohl kaum jemand mehr mit der Band gerechnet. Mit Tony D‘Alessio am Mikro wurde nun ein Konzeptalbum mit Ecken und Kanten aufgenommen, das eine enorme stilistische Bandbreite zeigt, vor allem aber in weiten Teilen recht sperrig ist. Da gibt es auf der einen Seite unterkühlte, kalte technische Perfektion, die ihre Wurzeln in der Jazz-Rock Fusionmusik der 80er-Jahre hat (›L‘assalto dei lupi‹). Auf der anderen Seite steht ein einfacher Song (›Campi di Fragole‹) in der Tradition großer italienischer Liedermacher. ›Lo sciamano‹ unterstreicht deutlich den Willen, keine Retro-Musik zu machen. Mit elektronischer Verfremdung, finsteren Riffs und einer gehetzten Rhythmik gelingt der Aufbruch in die Zukunft. Nostalgisch sind allenfalls Nocenzis wunderbar verspielten Orgelsoli.

8/10

Band Of Heathens

Band Of Heathens

Top Hat Crown & The Clapmaster’s Son

Blue Rose / VÖ: 24.3.2011

Roots Rock

2006 teilten Colin Brooks, Ed Jurdi und Gordy Quist sich im Momo’s Club in Austin, Texas regelmäßig eine Bühne. Zuerst spielte jeder seinen eigenen Set, dann begannen sie, wechselseitig auf die Songs der anderen einzusteigen. Nach und nach wuchs eine organische Band um das Trio. Und dieses organische Wachstum hört man. Die Band spielt cool, laid-back, lässt es mit federnder Eleganz und angerautem Gitarrentimbre angehen, der ländliche Charme steht in reizvollem Kontrast zu den Stimmen der Protagonisten: Die haben Soul. Im trocken-charmantenEnough“ sind Piano und Bass das Fundament, die dies Stimmen blühen lassen. Das klassische Swamprock-Schatzkästlein „Hurricane“ dagegen mit seinen dreckigen Slides hat Anklänge an Lowell George. Es gibt allerdings auch eine ganze Menge Zeug, das klingt, als habe jemand zu lange in der Sonne gelegen. Auf der Bühne können sie inspirierte, schier endlose, funkensprühende drei Gitarren Jams. Davon gibt dieser Tonträger höchstens den Hauch einer Ahnung. Wenn man die Band schon einmal live gesehen hat, weiß man das und vermisst es.

7/10

BAP

BAP

Radio Pandora (plugged)

EMI / VÖ: 16.5.2008

Allein für die Idee, Jack Kerouacs über fünfzig Jahre altem Urknall aller Roadmovie-Literatur „On the Road“ ein musikalisches Denkmal zu setzten, ist preiswürdig. Dieses Bebop-geschwängerte Buch mit einer straighten Rocknummer („Wat für e’ Booch“) zu würdigen, ist ein Hinweis darauf, wie viel Stimmungen diese beiden neuen BAP-Alben einfangen. Der Texter Niedecken setzt auf die mal stürmische, mal melancholische Musik, die zum Großteil von seinen Kollegen Helmut Krumminga und Micheal Nass geliefert wurde, mit der Grundhaltung eines skeptischen Optimisten seine Themen „Glaube, Hoffung, Liebe“ ins werk, wie schon auf dem „Sonx“ Album 2004, aber mit deutlich mehr Zwischentönen. Das Plugged-Album nimmt vom verhaltenen „Prädestiniert“ Fahrt auf, um im wütenden Blues-Rocker „Diego Paz wohr nüngzehn“ seinen ersten Höhepunkt zu finden. ZZ Top meets Deep Purple plus die staubtrockene Produktion von Wolfgang Stach machen den Song zu einem todsicheren Live Favoriten – der übrigens das einzige ausgefranste Gitarrensolo der beiden Alben enthält. Der Rest taugt auch ohne zum „affrocke“. Wie schon auf dem 3 x 10 Jahre Jubiläumsalbum ist hier kein Platz für überladene Arrangements. Das unplugged-Album, das fast ohne Overdubs live eingespielt wurde, lässt zudem Tour-Gastgeigerin Anne de Wolff unaufdringlich glänzen, bietet mit Niedeckens eigenem Song „Magdalena (weil Maria hatt’ ich schon“) seine bislang anrührendste Komposition, und mit „Senor“ das in seiner schlichten Schönheit eindrucksvollste Dylan-Cover des Kölners und seiner hochmotivierten Band.

8 1/2 / 10

BAP

BAP

Halv su wild

EMI / VÖ: 25.3.2011

Kölsche Gitarren – Hymnen

Da ist nicht mehr viel von der gelegentlichen Schwermut des Vorgänger-Albums Radio Pandora. Aufgenommen wurde allerdings genau wie Pandora unplugged weitgehend live. Alle in einem Raum im Studio und der beste Take eines Songs gewinnt. So klingt es auch: direkt, beseelt und voller Spielfreude. Material für die Bühne mit einer Geschlossenheit, wie sie seit dem 2004er Werk Sonx nicht mehr zu hören war. War jenes Album die Hardrockvariante, ist das hier ein Gitarrenalbum der Sorte kristallklarer Roots-Rock mit vielen Blicken zurück. Die Reminiszenz an den multikulturellen Chlodwigplatz kommt als Reggae, die Geschichte der Band als Tom Petty-nahes Roadmovie (Et Levve ess en Autobahn), erzählt wird im Rock’n’Roll- Modus von einem Gitarrenwunderkind namens Karlheinz‹ und dann ist da noch der eingängigste Refrain, den die Kölner je gesungen haben: Donoh ess dä Karneval vorbei feiert hymnisch die ganz spezielle Kölner Nubbelverbrennung und wird deshalb leider kein Welthit. Schade.

8 1/2 / 10

BAP

BAP

Live und in Farbe

EMI / VÖ: 6.3.2009

Roh und unbehauen

Das dürfte wohl das längste je veröffentlichte Live-Dokument einer Rockband sein: 37 Songs auf 3 CDs. „Live und in Farbe“ dokumentiert das Weihnachtskonzert der Kölner vom vergangenen Jahr vor heimischem Publikum plus fünf weitere Songs, die dort nicht, aber an anderen Tourorten gespielt wurden. Es ist das „leibhaftigste“ Tourdokument der Band bislang, da wurde unter Garantie nichts beschönigt. Wer die CDs hört, hört exakt das, was er im Konzert gehört hat: ein mit Mut zu viel Neuem zusammengestelltes Programm mit 13 aktuellen Songs plus einer überraschenden Rory-Gallagher-Coverversion. Mag sein, der Gesang ist gelegentlich schräg, aber andererseits ist da die konsequent sympathische Weigerung des Sängers Niedecken, nachträglich auszubessern. Gefühlsmäßig jedenfalls bringen die CDs das rüber, was die BAP Fans an „ihrer“ Band so schätzen: Echte Kerle erzählen was aus dem richtigen Leben. Passend illustriert vor allem durch Helmut Krummingas Gitarren-Soli: inspiriert, auf den Punkt und verschwitzt, ohne in poserhafte Breitbeinigkeit auszuarten. Schade nur, dass die Band live nie so laut ist, wie man sie sich mit der CD bei guter Anlage zuhause machen kann….

8/10

BAP

BAP

Volles Programm

EMI / VÖ: 25.11.2011

1991 erschien eine BAP Live CD mit dem irreführenden Titel „Affrocke“: Zu poliert, zu zahm. Zwei Drittel dieser neuen Box würden den Titel viel eher verdienen. Ein Drittel der Box besteht aus dem Konzert Niedeckens mit der WDR Bigband, das man als Fan von BAP, der Rockband, eher mit Respekt zur Kenntnis nimmt. Ganz anders die Band-CD von der „Klassiker“-Tour: Hier wird der Sound der Musik gerecht. Es gibt fette Gitarren, breitbeinig und doch modern, turmhohe Drums und vor allem großes Vertrauen in die neuen Songs, was man insbesondere Wolfgang Niedecken anhört, während sich Spielwut und Drive Herrn Springsteens Kapelle nähern. Die DVD (aufgenommen am 30. März an Niedeckens 60. Geburtstag auf der kleinen Bühne eines Rheinschiffs) zeigt auch optisch, wie gut diese Band eingespielt ist und selche spitzbübische Freude sie dabei hat. Da ist keine eingefahrene Routine nirgends, unmittelbarer Ausdruck geht immer vor. In diesem Kontext, bei dem die neuen Songs abgefeiert werden wie Klassiker, wird auch gleich altes neu erfunden:Novembermorje“ etwa: Rhythmisch begradigt, und mit einem furiosen Violinsolo von Dauergast Anne De Wolff aufgehübscht. Zur Zugabe entern Fury In The Slaughterhouse die Bühne, man gibt gemeinsam (vermutlich ungeprobt) „All The Young Dudes“, und es klingt so chaotisch wie weiland Mott The Hoople in ihren Anfangstagen.

9/10