Shinin’ Live

Blue Rose / VÖ: 9.5.2013

 „Southern Rockin’ Harp-Howlin’ Twang-Bangin’ Rock’n’Roll!“ Soweit die Selbsteinschätzung von Frau Collins zu ihrem neuesten Produkt, ein Doppelpack von CD und DVD, in einem kleinen englischen Pub, der Bootleggers Bar in Kendal im Oktober 2012 aufgenommen.

Was hört und sieht man? Genau das Angekündigte! Die Sängerin und ihre drei Muskeltiere bringen eine grobporige Melange aus Stones, Blues, Honky Tonk, Swamp Rock’n’Roll auf Betriebstemperatur – und die Frontfrau ist genau dieser Typ Rampensau, der sich auch vor einem kleinen Publikum in Stücke reisst. Ihr Gatte Al (auch Bassist bei Jason & The Scorchers) und Drummer Brad Cummings legen das scharfe Tempo vor, auf dem Gitarrist Jason Graumlich rotzig Heißgezwirbeltes abfährt. Da ist dieser unerschütterliche Viervierteltakt, diese anheimelnde Twang-Gitarre, die von Heimat, Fernweh, Krume und dem Ritt auf dem Stier erzählt. Collins schafft sich in die Musik hinein: Mit einer explosiven Bluesharp, mit ihrem ungekünstelten, geradlinigen Gesang. Ihre Stimme mag eher gewöhnlich sein, was zählt ist die Energie. Man kauft ihr auch die abgestandensten Rock’nRoll Sprüche als in Stein gemeisselte Weisheit ab: „If You wanna get to heaven, you gotta raise a little hell“. Aber mindestens, her damit.

8/10