Eingestellt 5.1.2025

Anmerkung: David war der Gitarrist der Schülerband, die mein Sohn mit 13 Jahren gegründet hat.

Mit 13 Jahren stand David Heidler zum ersten Mal mit seiner Gitarre und der an diesem Tag gegründeten Band „E 2“ im Proberaum. Der Ettlinger ging damals aufs Karlsruher Fichte-Gymnasium, seine Mitmusiker waren zwei Klassenkameraden und der Name der Band leitete sich ab von „Englisch als zweite Fremdsprache“. Das war 2003. Inzwischen ist viel passiert: Nach dem Abitur machte Heidler Zivildienst in Tansania, studierte Afrikanistik und gründete ein Unternehmen, das Afrika-Reisen anbietet. Er lebt in der Nähe von Leipzig. Dort entstand auch seine Band „Kein Alaska“, die sich mittlerweile eine Fangemeinde in der deutschen Alternative- und Post-Hardcore-Szene aufgebaut und viel im Osten der Republik, aber auch in Wien, Hamburg oder Regensburg gespielt hat.
Am 24. Januar kommt die Band zum ersten „offiziellen“ Auftritt in der Region, im Soundcheck One in Waldbronn. Ettlingen sei für ihn bis heute „ein zentraler Ankerpunkt“, sagt David Heidler. „Meine Eltern leben hier. Außerdem bin ich ein alter Pfadfinder. Immer wenn ich nach Ettlingen komme, versuche ich meine Pfadfinder-Freunde zu treffen. Einer von ihnen hat auch den Kontakt zum Soundcheck One hergestellt“. Den ersten „inoffiziellen“ Auftritt in der alten Heimat hatte die Band allerdings schon 2019 in Ettlingen. „Das war bei meinem Polterabend bei meinen Eltern im Garten. Ich hatte meinem Vater vorher gesagt: ‚Ich bring’ die Jungs mit und wir machen Musik‘. Er fand es okay. Es waren dann ungefähr hundert Gäste da und die haben alle erstmal gestaunt, dass ich mit einem Transporter statt mit einem PKW gekommen war. Aber zum Poltern gehört ja auch Lärm dazu“, schmunzelt er.
Bleibt die Frage, ob sich der logistische Aufwand für das Konzert in Waldbronn-Etzenrot überhaupt lohnt. „Realistisch betrachtet: nein, finanziell schon gar nicht. Aber wir sehen es halt auch als Investition nach dem Motto: Wir spielen alles, was irgendwie geht und was nicht komplett Harakiri ist, weil wir damit unsere Vita bauen. Wenn die Veranstalter sehen, dass wir in vielen Regionen in Deutschland unterwegs waren, wird man schon wieder als seriöser wahrgenommen als wenn wir nur zweimal im Jahr in Leipzig spielen würden.“ Was zählt, ist der emotionale Wert eines Auftritts in der alten Heimat: „Es freut mich natürlich, wenn ein paar Leute kommen, die früher schon bei den Konzerten von E 2 oder meiner zweiten Band Torcido waren.Dann ist es cool“.
Was noch fehlt zum Glück in der alten Heimat wäre ein Auftritt auf dem „Fest“ in Karlsruhe. „Das sind auch Jugenderinnerungen. Als ich in Ettlingen gewohnt habe und in Karlsruhe auf die Schule gegangen bin, habe ich immer gedacht: Irgendwann will ich mal auf dem Fest spielen. Das hat bis heute nicht geklappt. Aber irgendwann wollen wir schon dahin.