Living The Dream

Frontiers Records / VÖ: 29.8.2018

Kaum eine Band verfolgt so stur und unbeirrbar ihre Traditionslinien wie „Uriah Heep“. Die zunächst einmal im unverwechselbaren Sound liegen. Gitarre und Orgel im permanenten Angriffsmodus, der Sound wie ein Doppel-Whopper mit Extra-Ketchup – aber diesmal setzt die Band noch einen drauf: „Living The Dream“ hat fast durchgehend hochklassiges Songmaterial wie zuletzt „Wake The Sleeper“ vor zehn Jahren.

Angefangen beim Einstieg „Grazed By Heaven“, der ein perfekter Start in zukünftige Konzerte sein könnte. Weiter mit dem Titelsong, mit dem sich Phil Lanzon nach einem überraschenden A Cappella Einstieg als Hammond-Dompteur ein Denkmal baut. Hin zum progressiven „Rocks In The Road“ mit konsequent ausgespieltem Flokati-Flair – eine nostalgische Schauer erzeugende Rückbesinnung auf die Tugenden des Debütalbums „Very ‘Eavy, Very ‘Umble“ von 1970, als man noch unbekümmert alles in ein Stück hineinpacken durfte, was einem gerade so durch den fröhlich vernebelten Kopf rauschte. Und phrasiert Bernie Shaw nicht schlussendlich beim jagenden „Goodbye To Innocence“ gar ein wenig wie „Deep Purple“-Frontmann Ian Gillan? Mehr Classic-Rock-Himmel geht wohl kaum.

9/10