Moonkings

Mascot Records / VÖ: 21.2.2014

Direkt aus der Röhre

Der Auftakt ist nach Mass: dreckiger Biker-Rock’n’ Roll, in dem Herr Vandenberg in einem sprudelnden Solo vorführt, dass man so was in einem hart rockenden Kontexte spielen kann, ohne in Metal-Klischees zu verfallen. Wie überhaupt das ganze Album weit davon entfernt ist, 80er-Jahre-Sünden neu aufzuwärmen.

Stattdessen serviert die Band eine relative stilistische Vielfalt, deren roter Faden die trockene, direkte Produktion ist, die den Stallgeruch eines konzentriert gespielten Clubgigs verbreitet. So könnte es live klingen. Als Gitarrist ist Vandenberg über jeden Zweifel erhaben: seine Soli sind ebenso ideen- wie facettenreich. Natürlich gibt es auch durchschnittliche Songs mit Klischeetexten oder Anklänge an Bekanntes: ›Close To You‹ klingt wie ein Mischung aus Fleetwood Macs ›Oh Well‹ und Led Zeppelin. Es gibt auch poppige Refrains mit souligen Background-Chören, die Rhythmusabteilung groovt ohne jede Angeber-Pose. Einzig Sänger Jan Hoving wirkt etwas farblos. Dem Mann täte weniger Affektiertheit und mehr Blues in der Stimme gut. Der aber scheint auch Vandenbergs früherem Arbeitgeber David Coverdale abhanden gekommen, der als Gast inSailing Ships einen routinierten Standard-Schmachtfetzen abliefert.

7/10