Wallungen auf stählernem Fundament
Tarja in der Festhalle Durlach, Karlsruhe, 7.5.2011
Ist es der Muezzin, der da ruft? Kann sein. ist es die Gitarre, die ihre Innereien herauswürgt? Oh, aber sicher. Im Bunde mit ihren Brüdern schwellende Keyboardburg und donnerndes Schlagzeugraumschiff plus finsteres Stakkato-Cello findet sich so ein treffliches Königreich, durch das die Herrscherin Tarja mit gebieterischem Schritt, schwarzem Gewand und hochfahrender Gesangstechnik untadelig einherwallt. Mit „Dark Star“ sind Tarja und ihre Mannen in der fast ausverkauften Durlacher Festhalle auf Betriebstemperatur: eine archetypische Nummern des Repertoires der finnischen Opernmetal-Diva. Mehr ansehen
Kleine Frau mit Riesenstimme
Ich weiss nicht, warum, aber ich hatte eine skandinavische Walküre mit festem Schuhwerk und dämonischer Ausstrahlung erwartet, als ich Tarja Turunen in einem kleine Hotel in der Karlsruher Karlstraße zum Interview traf, damals – 2007. Angetroffen habe ich eine mit blossem Auge kaum sichtbare, fast schon schüchterne Frau. Sehr sympathisch, und auf mich wirkte sie irgendwie sogar etwas unsicher. So, als wolle sie ständig fragen: „Meinst Du, ich schaffe das, mit meiner Solokarriere?“ Hat sie es geschafft? Ich habe sie etwas aus den Augen verloren. Das jedenfalls stand damals in den BNN:
Tarja Turunen mit erster eigener CD „Winterstorm“
In diesem Fall trügt der erste Eindruck nicht: Schon das Cover signalisiert: Ganz großes Kino, Tarja Turunen sturmumtost. Das Cover sendet ein zweites Signal in seiner ganzen opernhaften Dramatik, und dieses Signal transportiert die Botschaft: „Vorsicht Konzeptalbum“. Mehr ansehen
Nochmal abrocken wie damals
Die wiedererstandene Ettlinger Band Tarot will es nochmal wissen.
Notiz: ich fand das eine tolle Story, weil ich selbst etwas Ähnliches mit meiner Band Purple Haze erlebt hatte. Wenn gereifte Herren sich nach Jahren wieder zusammenraufen und die Chemie immer noch (oder wieder) stimmt, das ist allemal berichtenswert…. und auch einfach schön. Der Artikel erschien in der Ettlinger Ausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten Anfang August 2020.
Es war einmal eine Hardrockband aus Ettlingen. Gegründet 1989 als „Post Grunge-Rockband“ – so ihre eigene Einschätzung, bespielte das Quintett damals alle angesagten Auftrittsorte: „Von Ettlingen über Malsch bis Rüppurr haben wir so ziemlich alles beschallt, was es an Schulfestivals gab“, erzählt Sänger Thorsten Gormanns. Tarot heisst die Band, die sich 1993 auflöste – und 2016 wieder zusammenfand. Aber der eigentliche Neustart kam erst im vergangenen Jahr: Im März erschien ihr Album, mit den Songs von damals, die sie nun endlich „richtig“ produziert hatten.Mehr ansehen
Honey For The Biscuit
Ruf Records / VÖ: 26.2.2016
Taylor ist die jüngste Tochter von R&B-Legende und Stax-Ikone Johnnie Taylor. Ihre Stimme ist eine explosive Mischung von heiß und abgeklärt-unterkühlt,. Auf der msuikalischen Seite allerdings lasse man sich nicht täuschen von der Gibson SG, die Frau Taylor so liebevoll auf dem Cover vorzeigt. Nein, hier wird nicht gerockt. Mehr ansehen
Tear Gas
Esoteric Recordings I VÖ: 22.2.2019, Originalveröffentlichung 1971
Sensationelles ohne Alex
Ein Jahr nach diesem – 1971 veröffentlichten – zweiten Album der Glasgower Band übernahm Alex Harvey die Instrumentalisten und machte sie zur Sensational Alex Harvey Band. Das selbstbetitelte Werk strebte nach einem härteren Klang als das Debüt, inspiriert von der Jeff Beck Group. Mehr ansehen
Fünf Jahre Ten Years After mit Joe Gooch
Eine Begegnung im Café Hahn in Koblenz
Joe Gooch ist eigentlich nicht zu beneiden. Der 31jährige Gitarrist, der als Mittzwanziger bei den Woodstock-Veteranen Ten Years After einstieg, musste nicht nur in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Alvin Lee treten, sondern auch gegen das Misstrauen der hartgesottenen Fans der Band anspielen. Wäre er mit einer roten Gibson 335 auf die Bühne marschiert, hätten sie gesagt: »Ach, er kopiert Alvin«. Mehr ansehen
You Should Be So Lucky
Universal / VÖ: 18.2.2014
Nachts um drei an der Bar
Spät kommt es, das erste Soloalbum des vielbeschäftigten Sessionmannes und hauptberuflichen Tom Petty Keyboarders. Es ist erwartungsgemäß kein Keyboarder-Album geworden. Der 60jährige weiß zudem um seine beschränkten Fähigkeiten als Sänger, also versammelt er ein Dutzend Songs, die zu seiner – durchaus angenehmen – Stimme passen und arrangiert sie dezent und intim. Mehr ansehen
Ditsche ist ein Country Boy At Heart
Texas Lightning im Tollhaus, Karlsruhe, 1.10.2005
Mindesten zwei Leute in dieser Band kennt man aus „anderen Arbeitszusammenhängen“. Trommler Olli Dittrich und Leadsänger Jonny „The Flame“ Olsen sind fernsehbekannt als Ditsche und sein kongenialer Tresenpartner Imbisswirt Ingo. Die Namen dürften der Kapelle noch ein wenig zusätzliches Publikum außerhalb der Zielgruppe „Liebe Countryfreunde“ in die Säle treiben. Schon vor fünf Jahren tingelte die Kapelle um Jonny Olsen tapfer durch Hamburger Clubs mit so schönen Namen wie „Anna’s Country & Western Saloon.“ Olli Dittrich hat einfach mitgeholfen, sie nach einigen Umbesetzungen wiederzubeleben. Mehr ansehen
Wir werden lügen
Ja, so könnte der Titel unseres zweieinhalbten Albums gewesen sein. Unsere persönlichen Chateau Desaster Tapes zwischen Thick As A Brick und A Passion Play….. Nix verstanden? Ich erklär‘s Euch später. Nachdem wir das erste Album Enjoy Your Dinner mit der Veröffentlichung 1981 abgeschlossen hatten, bahnte sich in den darauffolgenden Monaten ein langsamer, aber erkennbarer Stimmungs- und Stilwandel an. Die Musik wurde nicht unbedingt härter, aber geradliniger, songorientierter.Mehr ansehen
Nightlife / Fighting (Re-Issues)
Universal / VÖ: 08.05.2012
Gitarren im Wandel der Zeiten
Nightlife markiert den Beginn der Doppelgitarrenspitze mit Brian Robertson und Scott Gorham, die hier noch sehr zurückhaltend agiert, was aber auch dem Songmaterial geschuldet ist. Wenig Aggressives, Funky Rhythmen dominieren. Das Album markiert eine Übergangsphase. Ob es ein Fremdkörper im Thin Lizzy Katalog ist, hängt von der Betrachtungsweise ab. Mehr ansehen