Eingestellt am 6.11.2026
Jetzt sind sie wieder alle neidich auf Böhmermanns Scoop, die „echten“ Journalisten. Und fragen sich, wie es kommen konnte, dass so ein kleiner Kläffer wie Böhmermann den ukrainischen Prösidenten interviewen darf. Ich frage mal zurück: Warum stellen eigentlich Satiriker Politikern die richtigen Fragen? Warum haben Satiriker oft die besseren Antworten als Politiker? Und warum ist der grandiose Komiker Selensky ein ziemlich guter Politiker? Dem man auch – auf andere Art – kritische Fragen stellen kann, als es unsere Investigativ-Journalisten oft tun? Was ich gesehen habe, war Folgendes: Es war zweifellos ein großer Moment für den kleinen Böhmermann. Und er hat sich ganz ehrlich offenbart, als jemand, der unheimlichen Respekt vor seinem Gesprächspartner hat, aber auch ein bisschen Bammel. Fan eben. Und das ist genau das Gefühl, das mir nicht fremd ist im Umgang mit sehr prominenten Menschen, deren Lebensleistung man eben auch bewundert. Mir ging das beispielsweise mit Phil Collins, Lionel Richie oder Ian Paice so, wenn ich mal einen etwas schiefen Vergleich bemühen darf. Jedenfalls macht mir das Böhmermann noch sympathischer als sowieso schon. PS: Wir sollten nochmal über Hape Kerkeling als Bundespräsident nachdenken. PPS: Selensky sollte nach dem gewonnenen Krieg eine neue Staffel von „Diener des Volkes“ produzieren.