Both Sides Live

HootersMusic / VÖ: 26.11.2008

Die wiederauferstandenen Hooters zeigen sich von ihren besten zwei Seiten: Live. Einmal plugged, einmal unplugged. Erdverbunden, unprätentiös, geradlinig. Emotion siegt immer über Perfektion, Robustheit über Glätte, kleine Schludrigkeiten sind erlaubt, das ist Rock’n’Roll! Ob „I’m Alive“ ein grandioser Song ist – wer will das schon wissen.

Ein gelungener Konzerteinstieg ist er auf jeden Fall. Nicht lange, dann fräst sich dieses warme Orgelmotiv ins Ohr, ah: man halluziniert Nebel, willig wippend. Schiere Magie ist der wohl hochglanzpolierteste Hooters-Song „All You Zombiee“. In der Livefassung pure Hypnose. Spätestens mit der Coverversion von Don Henleys „Boys of Summer“ platzt der Knoten. Die Band spielt es langsam, fast zeitlupenartig, was die melancholische Grundstimmung des Songs nachhaltiger betont, als das dem Original gelungen ist. Die Hooters zelebrieren das Leben und die Liebe zu den Menschen als Party, nicht als Überdosis. Das ist ein Unterschied. Der unter anderem auch dafür sorgt, einem fast 60 jährigen wie Rob Hyman heute noch unschuldige Liebeserklärungen wie in „And We Danced“ abzunehmen. Das Unplugged Album ist keine wesentliche Bereicherung, aber mit Ann Marie Calhoun gibt es hier wieder einmal eine Geigerin zu hören. Die, meine Herren, gehört auch in die Strom-Mannschaft.

8/10