Wings Of Freedom

Sony Music Entertainment / VÖ: 24.5.2019

25 Jahre lang bringt Leslie Mandoki nun schon Musikgrößen aus aller zusammen und intergriert sie in die Soulmates, in diese große Gemeinsachsft vielseitiger Musiker, die zudem noch Generationen zusammenbringt. Dabei übeschreitet die Zusammenstellung von Musikern und Musik scheinbar locker Genregrenzen zwischen Jazz, Pop und Rock. Nun feiert sich das Ensemble selbst mit einer Doppel-Blue Ray, die Konzerte der Wings Of Freedom Tour 2017 / 2018 dokumentiert. Auf insgesamt über sieben Stunden Laufzeit ist ein komplettes Konzert aus dem Berliner Konzerthaus zu sehen, dazu Ausschnitte aus weiteren Auftritten in Paris, London, Budapest und New York. Im Kapitel Behind The Scenes erklären die Stars, warum sei so gern mit Mandoki zusammenarbeiten. Supertramp-Saxofonist John Helliwell nennt ihn »a big umbrella« – einen großen Schirm, unter dem sich alle wohlfühlen. Ian Anderson befindet, es gebe selten Kollegen, die sowohl als Produzent wie als Musiker Hervorragendes leisten. Al Di Meola nennt Mandoki gar einen ungarischen Quincy Jones. Die Konzertmitschnitte zeigen in herausragender Bild- und Tonqualität, mit welcher Begeisterung die musikalischen Welten zusammenkommen. Wenn ein Gebläse aus Jazz-Stars ›Davy‘s On The Road Again‹ antreibt, grundiert vom zuverlässigen Tony Carey an der Schweineorgel und gesungen vom alterslosen Chris Thompson, kann einem das schon Tränen der Rührung in die Augen treiben. Wenn Gitarrenvirtuosen wie Al Di Meola und Mike Stern oder Deutschlands Star-Trompeter Till Brönner sich vollkommen uneitel ins songdienliche Ensemble Spiel einfügen, wenn Nick Van Eede vorführt, dass der Pophit ›I Just Died In Your Arms‹ auch ohne Eighties-Pomp gut klingt, wenn David Clayton Thomas noch einmal die Kraft von ›Spinning Wheel‹ spüren lässt, dann legt all das Zeugnis davon ab, was möglich ist, wenn Musiker mit Leidenschaft das tun, was sie am besten können sollten: Live auf der Bühnen zusammen ein Erlebnis schaffen, dass es so nur einmal gibt. Da verzeiht ma auch, dass das alles eher nach Gala denn nacvh Rock‘n‘Roll aussieht, und da nimmt man auch Leslie Mandokis überlange Ansagen gerne in Kauf. Aber genau das ist die Geschichte seines Lebens, das mit sein Flucht aus Ungarn 1975 eine positive Wendung nahm. Wer sich auf diese exzessive Art Storyteller-Konzert einlässt, lernt nebenbei auch einiges über Musikgeschichte. Zur Blue-Ray gibt es ein umfangreiches Buch voll mit Memorabilia, Zeitungsausschnitten, Fotos und Statements der beteiligten Musiker.

7/10