My Chemical Romance

My Chemical Romance

The Black Parade

Reprise / VÖ: 23.10.2006

Es klingt nach EKG oder künstlicher Beatmung, dieses fiese Piepsen. Der Song heißt „The End“ und ist der Anfang. Der Anfang einer höchst verwirrenden Achterbahnfahrt durch musikalische und emotionale Höhen und Tiefen. Mehr ansehen

Nach 52 Jahren „nochmal auf Welttournee“

Nach 52 Jahren „nochmal auf Welttournee“

Diesen Artikel hat mein Kollege Peter Wiest n der Rhein-Neckar-Zeitung im August 2025 veröffentlicht 

Die Heidelberger Ur-Rockmusik-Formation „Purple Haze“ kehrt erstmals nach ihrer Wiedervereinigung zu einem Konzert in ihre Gründungsstadt zurück

Kaum zu glauben, aber wahr: Purple Haze sind wieder da! Die Band, die vor sage und schreibe 52 Jahren in Heidelberg gegründet wurde, in den 70-er und 80er Jahren mit ihren Konzerten hier für viel Furore sorgte und immer mehr Fans fand, sich danach 1991 auflöste und einige Jahre später wieder neu formierte, seither allerdings nicht mehr in ihrer Gründungsstadt aufgetreten ist, kommt jetzt dreieinhalb Jahrzehnte später endlich zurück nach Hause und gibt am Donnerstag, 18. September, ein Konzert in der Kult-Musikkneipe „Karl“ in der Lauerstraße in der Altstadt.Mehr ansehen

Nad Sylvan

Nad Sylvan

The Regal Bastard

InsideOut Music I VÖ: 05.07.2019

Der Vampirate modernisiert sich

Mit dem dritten Album seiner Vampirate-Trilogie präsentiert sich Nad Sylvan mit modernerem Sound und versucht vorsichtig die Abnabelung vom an die 70er-Jahre angelegten Retro-Prog. Da gibt es luftige Schraddelgitarren, da rumpeln donnernde, eher einfach gestrickte Drum-Patterns, sirren schräge Keyboardsounds. Mehr Pop und Soul ist erlaubt.Mehr ansehen

Nazareth

Nazareth

The Newz

edel records / VÖ: 31.3.2008

Seit zehn Jahren das erste Studioalbum der Schotten, da ist die Erwartungshaltung hoch, allerdings nicht auf Innovation gerichtet. Werden Sie es schaffen, ihren bluesgetränkten Rumpelrock noch genauso rumpeln zu lassen, wie damals? Ja, sie schaffen es. Mit verschlurften Grooves, die etwas angenehm Schlampiges haben, mit einem Ausbruch ins nachgerade Metallische („The Gathering“) und einem „Keep On Travellin’“, das so brutal nach „Nutbush City Limits“ klingt, dass es in seiner Dreistigkeit schon fast wieder berauschend tönt. Sänger Dan MacCafferty, der zusammen mit Basser Pete Agnew das Duo der Originalmitglieder stellt, brüllt zuverlässig herum, als gelte es, sich um den Posten des Hilfs-Sängers bei AC/DC zu bewerben. Die konsequente Verweigerung gegenüber jeder Glattpoliertheit macht den besonderen Reiz der besseren Songs von Nazareth aus. Kommet zu hören unsere unbehauen Klötze, Geformt mit einer Gitarre, einem Bass und einem Schlagzeug. Löcher im Sound? Wo andere Hilfskeyboarder, Bläser, gar Beistell-Elsen oder dahergelaufene Showgeigerinnen im kleinen Schwarzen auffahren würden, geizen diese Schotten. Hauptsache Rock’n’Roll. Hauptsache laut – und endlich mal wieder ein Studioalbum, das auch genau diese Stärken ihrer Live-Auftritte einfängt. Vielleicht sogar ihr erstes mit dieser Qualität.

8/10

Nazareth (2015)

Nazareth (2015)

Die Urgesteine des Schottenrock

Nazareth in der Bruchsaler Rockfabrik, 23.10.2015

Wenn es um britischen Hardrock geht, standen Nazareth hinter den Großen Deep Purple, Led Zeppelin und Black Sabbath immer in der zweiten Reihe – daran ändern auch rund 40 Millionen verkaufter Tonträger nichts. Ganz vorne aber sind die Männer um Bassist Pete Agnew, mit 69 Jahren das einzige verbliebene Urmitglied, wenn es um Beständigkeit und Geradlinigkeit geht: Mit wenigen Ausrutschern in Pop-Gefilde stehen sie seit 47 Jahren für soliden, unprätentiösen Arbeiterklasse-Hardrock. Mehr ansehen

Neigel, Julia (2010)

Neigel, Julia (2010)

Über den Tellerrand hinausgesungen

Julia Neigel im Kammertheater, Karksruhe, 27.12.2010

Dass man einen Pop-Hit, der wahrlich nicht für die Ewigkeit geschrieben war, über zwei Dekaden nach seiner Entstehung noch am Leben erhalten kann, indem man ihm die Plastikverkleidung vom Leib reißt und ihn ganz in Mahagoni neu aufbaut, ist eine der Erkenntnisse diese Abends im ausverkauften Kammertheater.Mehr ansehen

Neigel, Julia (2010)

Neigel, Julia (2010)

Mehr als eine Sängerin

Julia Neigel im Bürgerhaus Malsch,, 6.11.2010

„Ich bin da“ heißt der erste Song am vergangenen Freitagabend auf der Bühne des Bürgerhauses Malsch. Und wie sie da ist: Julia Neigel. die Hexe, die Furie, die Teufelin, die Tänzerin, Schmeichlerin, Brüllerin. Schlange und Schlangenbeschwörerin gleichzeitig. Das braucht wirklich keine drei Minuten, und die Frau hat klar gemacht: ein gelungener Auftritt ist mehr als gut singen. Das kann sie sowieso. Aber diese (gelegentlich etwas übermotivierte) theatralische Bühnenpräsenz ist es, die die Zuhörer vom ersten Moment an in den Bann schlägt.Mehr ansehen

Nektar

Nektar

Time Machine

Cleopatra / H’ART / VÖ: 18.6.2013

Roye Allbrighton, Mastermind von Nektar, ist der festen Überzeugung, es handele sich bei Time Machine um das beste Album seiner Band. Das ist natürlich übertrieben. Aber es dürfte das beste Nektar-Album des 21. Jahrhunderts sein. Nicht nur, weil es bei Billy Sherwood (ex-Yes) produziert wurde, der auch Bass gespielt hat. Der hat einen weiträumigen Sound geschaffen, der Allbrightons charakteristischer Stimme Raum lässt, und gleichzeitig die Reminiszenzen an die 70-er Jahre -Nektar geschickt im etwas unterkühlteren Gesamtklangbild aufblühen lässt. Dabei entfaltet sich eine überraschende Bandbreite: Der Titelsong nimmt Bezug auf das unterschätzte 80-er Mainstream-Album ›Man In The Moon‹, lässt aber auch ein klug aufgebautes Gitarrensolo zu, ›Juggernaut‹ swingt gerade soviel, wie Progressive-Rocker eben swingen können und neigt sich dan konventionellem Jazz-Rock zu. Die etwas überinstrumentierte Ballade ›Talk To Me‹ kippt schon leicht in den Kitschtopf und ›Set Me Free, Amigo‹ ist gar ein peseudomexikanischer Barschlager, mit Witz und Ironie inszeniert. Das Album als Ganzes ist nicht der große Wurf, zu irrlichternd und zerfahren sind gerade die längeren Songs, aber es gibt viele Details, in denen Nektar ihr Stärken fein und selbstbewusst inszenieren.

7 1/2 /10

Nena

Nena

Nena und Claudia Thesenfitz

Willst Du mit mir gehen

Um wie viel ärmer wäre die Welt ohne dieses Buch: „Ich bin immer wieder fasziniert davon, was so alles in ein einziges Leben reinpasst“ lässt sich Nena zitieren. Claudia Thesenfitz ist auch völlig fasziniert davon, also hat sie es im Auftrag des Verlages aufgeschrieben. In Lila. Gut, da tun die Augen nach ein paar Seiten weh. Manchmal wird die Biografin fast inkontinent angesichts der Tatsache, dass Nena persönlich sie anschaut. „Ich schaffe es kaum, ihr in die Augen zu gucken, weil ich innerlich jedes mal ein bisschen zusammenzucke“. Da tut dann schon das Hirn des Lesers weh. Aber man erfährt ja dafür auch, was alles so in die Nena reingeht, Wein zum Beispiel, und sie stößt sogar mit Claudia an, bevor sie trinkt. Da ist die Claudia schwer beeindruckt von der Nena, und schreibt auch ganz viel, was ihr so im Kopf rumgeht, wenn sie die Nena trifft. „Keine Lust auf bemühte Floskeln und verlegenes Lossabbeln. Nicht reden – erst mal fühlen. Schweigen. Das geht. Auch ich gucke aufs Meer und bin sogar seltsam entspannt dabei. Nur einmal ganz kurz fällt mir ein, dass ich hier neben Deutschlands erfolgreichstem weiblichen Rockstar sitze.“ Interessante These, Fitz, das mit dem Rockstar. Danach muss Die Geschichte der Rockmusik muss neu geschrieben werden. Und Udo Jürgens ist dann vielleicht der deutsche Bob Dylan. Und die Claudia der deutsche Albert Goldman. Und so geht das weiter, an die 300 Seiten. Da fällt nicht weiter störend auf, dass tatsächlich noch ein paar Schlaglichter aus Nenas Leben im Business gestreift werden. Ohne dass allerdings die entscheidende Frage beantwortet würde: nämlich was sie uns mit der zauberlichen Textzeile: „Ich sehe deine Hand, hab’ sie gleich erkannt“ sagen will.

Gustav Lübbe Verlag. 2005, 312 Seiten. 16.90 €

 

Neuer Podcast ist Online: Marcel Millot – ein Drummer für alle Fälle

Neuer Podcast ist Online: Marcel Millot – ein Drummer für alle Fälle

Eingestellt am 18.7. 2025

Seit seinem Studium am Musicians Institute in Los Angeles, California (1993/94), das er mit Auszeichnung abgeschlossen hat, trommelt sich Marcel Millot quer durch die Studios sowie über die Club- und Festivalbühnen dieser Welt. Die Liste seiner musikalischen Partner:innen ist unübersichtlich lang. Millot spielt mit Leidenschaft alles, was groovt: Soul, Pop, Funk. Dabei zeichnet der Karlsruher sich besonders durch sein dynamisches und ‚führungsstarkes‘ Spiel aus, auf welches sich Musiker wie Paul Young, Nik Kershaw, Laith Al-Deen, Edo Zanki, Tony Hadley – um nur einige zu nennen – sehr gerne verlassen. Über all das und die „Philosophie des Schlagzeugspiels im Allgemeinen und Besonderen“ haben wir geredet. Eine Stunde lang. Es hätte noch ein paar Stunden weitergehen können.