Touched By The Crimson King
SPV/Steamhammer / VÖ: 27.6.2005
Da oben auf der Zinne der Burg steht einer und klappert mit seiner Rüstung. Doch, ich seh’ ihn ganz genau. Ah, jetzt zückt er seinen Säbel! Degen? Schwert! Nein, es ist die sechssaitige. Noch schlimmer, Harrg! Die Stromgitarre, nach Altvätersitte bedient, immerdar im schweren Galopp. Wer ist’s? Mehr ansehen
Eingestellt am 26.11.2025
Dieses Schlagzeug, das da im Fenster des kleinen Heidelberger Musikgeschäfts stand, das musste ich haben. Es war 1971, ich war 15, und ich nervte meinen Vater. Einmal, zweimal, dreimal. Bis er es mir kaufte. Ich räumte es in den Keller und begann darauf einzuprügeln. Meine Mutter war entsetzt, die Nachbarn irritiert, Vater grinste sich einen. Vielleicht war das typisch für diesen Mann, der eigentlich – das spürte ich schon als pubertierender Möchtegern-Rockstar – so gern freischaffender Künstler geworden wäre.
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22.7.2021
Heute wäre mein Vater Ernst Zimmer 104 Jahre alt. Er war ein großer Maler und Zeichner, ein Kunstlehrer der „alten Schule“ (ich hätte ihn nicht gern als Lehrer gehabt), aber auch ein Mensch, der Neuem aufgeschlossen war. 1968 habe als Zwölfjähriger mit ihm zum ersten Mal die documenta in Kassel besucht, später haben wir dort zusammen Beuys live erlebt, an der Honigpumpe pumpend.Mehr ansehen
Tod, wo ist dein Stachel?
Death Comedy mit „Der Tod“ im Tollhaus, Karlsruhe, 16.2.2018
Ach Tod! Alles hätte so schön werden können. Da hattest du, unter der Kapuze eines Comedians versteckt, so eine gute Idee: Als Sensenmann auf Kleinkunstbühnen aufzutreten und die Leute lachend mitzunehmen in dein Reich. Soweit, so hoffnungsvoll. Ja, sie haben gelacht. Obwohl dir nichts Lustiges eingefallen ist. Absolut nichts, wie du in deinem Programm „Happy Endstation“ am Freitagabend im Tollhaus bewiesen hast.Mehr ansehen
21.11.2019
So, liebe Kollegen. Jetzt aber genug gelobhudelt. Mir wird schon ganz schwindlig!
Carnaby Street
Gonzo / VÖ: 9.7.2012
Swinging London Revisited
Michael Des Barres pflanzte seine musikalischen Wurzeln Anfang der 70er Jahre mit der Band Silverhead, einer „schmutzigen Bluesband mit Makeup“, wie er selbst sagt. Genau daran knüpft dieses Album an: Mehr ansehen
Michael Des Barres
The Key To The Universe
FOD Records / VÖ: 5.4.2015
Der Maquis mags schmutzig
„Unter der Gürtellinie-Musik“ hat Michael des Barres seine Songs im ROCKS-Interview 2011 genannt. Damals veröffentlichte er das Album Carnaby Street, das dem Hedonismus der 60er Jahre nachspürte, und klang wie die heiße Band im Club um die Ecke. Stimmig, aber im Verhältnis zum neuen Album eher Westentaschenformat. Mehr ansehen
If Love Can’t Save Us, I Know Darkness Will
Fuzzorama Records / VÖ: 22.1.2010
Sind die Schweden sind die durchgeknalltesten Seventies-Nostalgiker? Nach Siena Root jetzt wieder so eine Band: Komischer Namen, drittes Album, herrlicher Albumtitel und eine Musik, die sich mit Lust zwischen alle Stühle setzt. Mehr ansehen
Eingestellt am 19,7.2025
„Normal is not something to aspire to, it’s something to get away from.” Normal ist nicht etwas, was man anstreben sollte, sondern etwas, von dem man möglichst Abstand nehmen sollte. Soll Jodie Foster gesagt haben. Man könnte fast annehmen, sie hätte die Wahlplakate der „AfD“ gekannt, auf denen vor einiger Zeit stand: „Deutschland – aber normal“. Und sie sagen gerne diesen Satz: „Wenn der Faschismus wieder kommt, wird er nicht sagen: ich bin der Faschismus, sondern er wird sagen: ich bin der Antifaschismus.“ Was ist das? Täter-Opfer Umkehr in a nutshell. Auch, weil er diese absurde Verkehrung der Tatsachen letztlich Demokraten als Faschisten brandmarkt. Denn die Grundlage jeder Demokratie, insbesondere der deutschen, kann nur der konsequente Antifaschismus sein. Sonst hat sie keinerlei Legitimation. Das wussten die Väter des Grundgesetzes.
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„Da war so viel Schönes dabei“
Die Schöne Mannheims, Tollhaus, Karlsruhe, 11.12.2016
Die meisten Künstler, die man unter den vagen Begriff „Musikkabarett“ einsortiert, können entweder Musik gut oder Kabarett. Die Schöne Mannheims können beides, und eigentlich ist es auch kein Musikkabarett, was sie am Sonntagabend auf der Tollhaus-Bühne zelebrierten. Denn ihre kabarettistischen Talente benutzen sie nur selten, um auf Missstände da draussen in der Welt zu zeigen. Gut, mit Ausnahmen: Wenn etwa stimmgewaltig der zum Veganer konvertierte Hund verspottet wird: „Anstatt die Katzen zu jagen, will er nur noch Gemüse nagen“. Im übrigen geht es – der Programmtitel sagt es, um die eigene „Entfaltung“.
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