Love Songs – An Anthology Of Arthur Lee’s Love 1966-1969
Salvo/Rhino / VÖ: 17.11.2014
Der gemeine Hardrocker kennt zumindest einen Song: ›Alone Again Or‹, 1977 von UFO ziemlich nahe am Original gecovert, und so unpassend für das übrige Repertoire der britischen Hardrocker wie nicht unbedingt typisch für Love, wie diese Kollektion überdeutlich vorführt. Sie waren eine der Bands, die Mitte der 60er Jahre in der Musikszene am Sunset Strip in Los Angeles zu einigem Ruhm gelangten. Zu ihren Verehrern gehörten zahlreiche Musiker der LA-Szene, unter anderem die Doors. Mehr ansehen
Love Songs. An Anthology Of Arthur Lee’s Love 1966-1969
Salvo/Rhino / VÖ: 24.10.2014
Der gemeine Hardrocker kennt zumindest einen Song: ›Alone Again Or‹, 1977 von UFO ziemlich nahe am Original gecovert, und so unpassend für das übrige Repertoire der britischen Hardrocker wie nicht unbedingt typisch für Love, wie diese Kollektion überdeutlich vorführt. Sie waren eine der Bands, die Mitte der 60er Jahre in der Musikszene am Sunset Strip in Los Angeles zu einigem Ruhm gelangten.Mehr ansehen
Lost In The New Real
Inside Out / VÖ: 20.4.2012
Herrn Lucassen hält der Kenner als Schöpfer ausufernder Epen in sehr traditionellem Zuckerbäcker-Prog-Rock-Stil in Ehren, meist unter dem Namen Ayreon. Nun kommt er mit etwas ganz anderem – zumindest sind er und seine Plattenfirma davon überzeugt: Ein album, das sich querbeet durch die populäre Musik bedient. „Every song’s been sung before, every note’s been played“ heisst es in „Pink Beatles in a Purple Zeppelin“. Genau! Eingängig Popiges trifft turmhohe Bombast-Epen, sphärisches Folk-Gezampel, Industrial Sounds und friedfertigen Wohnzimmer-Metal. Das ist genauso eklektizistisch wie egomanisch (Lucassen spielt fast alle Instrumente und singt selbst), aber höchst unterhaltsam und opulent wie ein großer Hollwood-Schinken in Szene gesetzt. Wer auf so etwas steht, der wird hier seine Freude haben Selbstredend werden die hochfahrenden Melodeien nicht ohne eine Geschichte mit Botschaft serviert: Es geht u.a. um Zensur, Euthanasie und Religion. Als Erzähler fungiert Rutger Hauer, der legendäre Schauspieler aus „Blade Runner“, auf dass das Kopfkino noch mehr Futter kriege.
7/10
Black Moon
Cherry Red Records I VÖ: 26.4.2019
Gereifte Teufels-Freunde
Orgel satt, ein betörender Rumpel-Groove, John Lawaton nach wie vor ein in höchsten Höhen starker Troubadour, und dazu ein überraschendes Trompetensolo, das Free Jazz-Assoziationen weckt. Musik, die auf Traditionen baut, und doch Experimente erlaubt – was die Band schon in den 70er-Jahren auszeichnete. Und das ist erst der Titelsong. Mehr ansehen
Ever Changing Times
Frontiers / VÖ: 25.2.2008
Eigentlich schade. Steve Lukather ist ein innovativer Gitarrist, ein begabter Songschreiber, und verfügt zudem über eine Stimme, der man alles glaubt. Die Toto-Alben, auf denen er die Leadvocals mangels etatmässigem Sänger übernehmen durfte sind die besten, die menschlichsten. Auch solo hat er in den 90er Jahren schon mit kantigen Varianten seiner Idee von intelligenter Mainstream-Mucke geglänzt. Aber dieses Soloalbum hat wenig von den herausragenden Qualitäten seines Machers abbekommen. Im Titelsong schafft er es gerade noch, fünf Minuten lang kompakt alle Trademarks einzufangen, bombastisch aber nicht überladen, melodiös aber nicht kitschig und hart aber nicht klischee-hardrockig. Und dann verließen sie ihn. Was folgt, ist eher lauwarm. Klischeeballaden à la „The Letting Go“ hatte er sich bislang verkniffen, da hilft auch ein sinnreiches kantiges Gitarrensolo in „New World“ nur bedingt als Gegengift. Zudem klingt das ganze Album wie ein Schnellschuss – verglichen mit der Stammband. Es fehlt einfach das edle, bis ins kleinste Detail ausgefeilte Musikerhandwerk. Aber vielleicht wollte „Luke“ ja genau damit seine „Street Credibility“ unter Beweis stellen. Was dann doch irgendwie nicht geklappt hat.
7/10
Steve Lukather with Paul Rees
The Gospel According To Luke
Vorneweg: wer das Privileg hat, ein paarmal mit Steve Lukather gesprochen zu haben und der englischen Sprache mächtig ist, den spricht diese Autobiographie an – im Wortsinne. Weil Lukather zusammen mit seinem CoAutor Paul Rees geschafft hat, die rasende Parforce Tour durch seine über 40 Jahre andauernde Musikerkarriere so klingen zu lassen, als säße er mit dem Leser in einem Raum. Mehr ansehen
Energie sparen? Nein danke!
Steve Lukather, Tollhaus Zeltival, Karlsruhe, 14.7.2008
„No Jazz“ ist das Motto der Tour, und als müssten sie es in fünf Minuten beweisen, fegen Steve Luikather und seine vier Rock-Athleten unvermittelt mit „Drive a Crooked Road“ los: Die Kraft der zwei Gitarren (dank Co-Gitarrist Ricky Z.) fräst eine akkurate Furche in den Solarplexus des Rezipienten. Dazu Lukathers Stimne, nicht immer ganz intonationssicher, aber mit umso mehr „Street Credibility“ ausgestattet, wie sie keiner der hauptamtlichen Toto-Sänger je hatte. Das Nackenhaar stellt sich vor Vorfreude auf das, was kommen mag, und es wird kommen.
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Unveröffentlichter Text, September 2019
Man muss sich Steve Lukather als eine total sympathischen, wortgewaltigen. lustigen Typen vorstellen.Mehr ansehen
Gitarren, Gott, Gewehre
Karlsruhe, Schwarzwaldhalle, 1.3.2010
Das breite Grinsen im Gesicht von Sänger Johnny Van Zant ist berechtigt: „Skynyrd Nation“ ist doch noch recht zahlreich gekommen: 1700 Menschen, auch durchaus einige unter 40, huldigen den Übervätern des Southern Rock. Die aber bieten über weite Strecken Nostalgie-Programm, das dafür aber umso engagierteri. Sound-Kontinuität ist gewahrt, auch wenn mit Gitarrist Gary Rossington nur noch ein Überlebender der „Sweet Home Alabama“-Besetzung aus den 70ern auf der Bühne steht. Mehr ansehen
Live In London
Tuoni Records / VÖ: 21.4.2015
Slide-Furie auf Dienstgipfelhöhe
Das fängt stark an: A Capella im Wechselgesang mit der Band. Es klingt wie ein Gospel, wie eine Beschwörung, dessen was da kommt. Fred McDowells ›It’s A Blessing‹ verwandelt sich anschließend in eine perkussiv groovende, zunächst mit sparsamen Gitarreneinwürfen versehene Nummer. Aber wehe, wenn sie losgelassen. Ganz schnell kommt die Slide-Furie wieder auf Betriebstemperatur. Bei den Elmore-James-Titeln ›Person To Person‹ und ›Hand In Hand‹ zeigt die Band, wie wichtig dichtes Zusammenspiel für eine elektrisierende Blues-Performance ist. Diese leute spielen einfach unglaublich coole Shuffles. Und Erja zeigt, dass sie als Sängerin Jahr für Jahr an Format gewinnt. In der Ballade ›Change Of The Season‹ spielt die Gitarristin fünfeinhalb Minuten lang eine Nebenrolle, während die Sängerin den Zuhörer mit einem ganzen Paket von Emotionen überschüttet. Ekstase auf der Gitarre erzeugt sie anschließend durch feine Detailarbeit: Ton, Aufbau und die Einbettung der Gitarrenlinien in die stetige Bewegung, die die Sidemen schaffen. Da stehen Musiker auf der Bühne, die sehr genau aufeinander hören. Diese Qualitäten treiben sie am Ende des Sets im 14 Minuten langen, funkensprühendem, rostrot glühenden, mit feinen Solo-Spots versehenen ›Dust My Broom‹ noch einmal von Höhepunkt zu Höhepunkt
8/10