Spuren im Blech. Oder: Vom Scheitern als Romanautor

Spuren im Blech. Oder: Vom Scheitern als Romanautor

Eingestellt am 27.9.2025

Wie viele Romananfänge hatte ich schon geschrieben, und kein Roman war je daraus entstanden. Gut sie waren alle nicht so schlimm wie der: „An diesem Tag sollte James Wristband-Mapplethorpe eine Abkürzung suchen, die er nie finden würde.“ Auch nicht so schlimm wie der: „Jaromir Poggenpöhler war nun in einem Lebensalter angelangt, in dem man wehmütig den Produkten seiner Verdauung hinterherschaute, bevor sie im Strudel verschwanden. Wie lange noch würde…“ Oh Gott. Das haben sie jetzt bitte schon wieder vergessen. Einer gefiel mir besonders, doch auch daraus wurde kein Roman, aber immerhin das ….Mehr ansehen

Starry Eyed And Laughing

Starry Eyed And Laughing

Live At Rockpalast 1976

MIG Music / VÖ: 28.6.2019

Die verlorenen Brüder der Byrds

Starry Eyed And Laughing waren eine britische Band, die amerikannischer klang als manche Amerikaner. Das Booklet zu dieser verdienstvollen Veröffentlichung eines Auftritts in den frühen Rockpalast-Tagen zitiert den Journalisten Fred Dellar, der im Melody Maker in den 90er Jahren schrieb, die Band sei entweder ihrer Zeit 15 Jahre voraus oder zehn Jahre zu spät dran gewesen. Mehr ansehen

Status Quo

Status Quo

Francis Rossi und Rick Parfitt mit Mick Wall

Die Status Quo Autobiographie

2005 erschien das englische Original unter dem Titel „XS All Areas The Status Quo Autobiography“, und der Titel suggeriert zu Recht; dass hier wirklich hinter die Kulissen geschaut wird. Die Herren Rossi und Parfitt lassen nichts aus auf dem Weg an die Spitze. Sie handeln ihre musikalischen Häutungen, Höhen und Tiefen ebenso wie ihre Suff und Drogengeschichten, ihre gescheiterten Ehen privaten Katastrophen ungeschönt, aber doch mit einer gewissen Milde ab, ohne sich dabei zu unkaputtbaren Überlebenskünstlern zu stilisieren. Mick Wall hat die beiden ihre Sicht der Dinge in jeweils hintereinander gestellten Kapiteln darstellen lassen. Eine gute Idee. Der Leser kann fasziniert verfolgen, wie zwei schon von ihrer Herkunft sehr unterschiedliche Charaktere zu einer gemeinsamen Sprache finden. Rossi spielt dabei den emotionsloseren Part: Er ist der kühlere Kopf, und der Antreiber, der das Schiff auf den richtigen Kurs hält. Parfitt dagegen kommt rüber wie das große Kind ist, das den Rock’n’ÄRoll Traum mit allen Konsequenzen auslebt: teure Autos, schöne Frauen und Feiern bis zum Exzess. Das Buch ist auch ein Lehrstück darüber, wie Musik unterschiedliche Menschen zusammenbringt. Aber zu was? Man ist am Ende dieser weitgehend spannenden Lektüre noch immer nicht sicher, ob Rossi und Parfitt das Band gewordene Klischee der klassischen Männerfreundschaft sind, oder ob einfach nur eine gut funktionierende Zweckgemeinschaft. Einziger Wermutstropfen ist die (zwar ordentliche) Übersetzung, die aber im Deutschen keine rechte Entsprechung zu ganz speziellen Anmutung des britischen Rock-Journalismus findet.

Hannibal Verlag, 2011, 384 Seiten, 19.99 €

Status Quo

Status Quo

Aquostic – Live @ The Roundhause

ear music / VÖ: 9.4.2015

Status Quo akustisch geht eigentlich nicht, oder? Schließlich ist es nicht die großartige innovative Komponistenkunst, die den unkaputtbaren Charme dieser Band ausmacht. Was also soll das Schnurren von Holzgitarrensaiten, wo doch der eigentliche Markenkern der Band das vollautomatische stählerne Handgelenk des Rick Parfitt auf der Telecaster und die nervösfingrigen spitzen Rossi-Soli sind, vorgetragen in adäquater Dosenbierlautsärke. Mehr ansehen

Status Quo

Status Quo

Back 2SQ1: The Frantic Four Reunion 2013 – Live At Hammersmith

earMUSIC / VÖ: 4.10.2013

Wenn allein bei der Erwähnung der Namen Alan Lancaster und John Coughlan die Massen rasen wie bei diesem Konzert, dann ahnt man: Status Quo in der Frantic Four Besetzung hätten an diesem Abend genauso gut das Londoner Telefonbuch auf Kazoos rückwärts blasen können: Die Menschen hätten ihnen aus der Hand gefressen.Mehr ansehen

Status Quo (2011)

Status Quo (2011)

Familienunterhaltung

Europahalle, Karlsruhe, 29.10.2011

Die Kombination ist perfekt: Zwei Bands, die ihre Variante vom Perpetuum Mobile des Rock’n’Roll zelebrieren. The Hooters als Vorband, dann Satus Quo. Zwei Bands, die Tag für Tag da auf die Bühne hinausgehen, um zu beweisen, dass die Wiederholung des ewig gleichen alles andere als langweilig ist. Mehr ansehen

Stereodrama

Stereodrama

Attitude

Alternative Dance Rock

Phonector / VÖ: 11.2.2016

Im vergangen Jahr hat das Karlsruher Quartett in Ecuador, der Heimat von Sänger Christian Gelibert, auf einer zweiwöchigen Tournee schon mal erlebt, wie sich das Rockstar-Dasein anfühlen könnte. Mit ihrem zweiten Album „Attitude“ wollen sie nun auch in Deutschland weitere Kreise ziehen. Mehr ansehen

Stereodrama

Stereodrama

The Game

Alternative Dance Rock

7Music / VÖ: 14.2.2014

Stereodrama, 2007 in Karlsruhe gegründet, legen mit „The Game“ ihre erstes „richtiges“ Album auf einem „richtigen Label“ vor. Der Titelsong zeigt, wo es langgeht: Eine staubtrockenes Riff, dazu Latinoflair und eine erschröckliche Geschichte von „Ehebruch und Spaß dabei Mehr ansehen

Stereodrama (2016)

Stereodrama (2016)

Als wären sie schon im Stadion

CD Release Party von Stereodrama, Tempel, Karlsruhe, 16.1.2016

Eine CD-Release-Party ist immer etwas Besonderes, meint Denis Majnaric, Bassist von Stereodrama. In einer halben Stunde soll sie beginnen, es soll „unser Abend werden“. Dafür haben sie den ganzen Tag geschuftet. „Wir haben eine extra PA geholt, am Sound gefeilt, und der Merchandising Stand ist etwas großzügiger als sonst“. Dass letztlich keine 100 Leute an diesem Abend da sind, kann die Musiker nicht erschüttern. Sie wissen, dass der Prophet lange braucht, bis er im eigenen Lande was gilt, und schließlich ist es auch eine Art Familientreffen: „Wir haben ja nicht so oft zuhause gespielt. Uns ist es wichtig, den Leuten, die uns vielleicht zwei Jahre nicht gesehen haben, zu zeigen: Da ist was passiert“.Mehr ansehen

Steve Harley & Cockney Rebel

Steve Harley & Cockney Rebel

The Best Years Of Our Lives / Definitive Edition

Parlophone / VÖ: 13.06.2014

Das Album aus dem Jahr 1975 markiert das Ende der Band Cockney Rebel und zugleich den Neuanfang als Solokünster, bei dem die Band zwar noch genannt wird, aber nur noch Manövriermasse ist. Der einzige Überlebende der alten Band ist Drummer Stuart Elliot. Harley, das Chamäleon, überrascht Kritiker und Publikum mit der Renaissance der von ihm bislang verpönten elektrischen Gitarre.Mehr ansehen