Frank Schäfer
Metal Antholögy
Ansichten und Meinungen eines Schwermetallsüchtigen
Natürlich ist der Titel Etikettenschwindel: Hier gibt es nichts nachzuschlagen, als Lexikon taugt das Buch nix. Eher schon als Reiseführer durch den Kopf des Autors, in dem ganztägig die Gitarren sägen, das Dosenbier schwappt und der Mitteilungsdrang in Sachen Metal und Artverwandtes nach wie vor ungebremst ist. „Ansichten und Meinungen eine Schwermetallsüchtigen“, der Untertitel, trifft es ganz gut.Mehr ansehen
Frank Schäfer
Being Jimi Hendrix. Ein Essay.
Frank Schäfer, 1966 und damit eigentlich zu späte geboren, hatte sein Hendrix-Erweckungserlebnis mit ›Little Wing‹, das ihm Mitte der 80er Jahre nachts auf einer Garagenparty. Also nähert er sich seinem Thema schon mal nicht als kreischender zeitgenössischer Fan und spielt auch nicht den Allwissenden. Und das macht auch den Reiz der atemlosen Collage dieses kurzen Lebens: Schäfer sichtet Presse, zeigt Zeitungsausschnitte, zitiert Zeitzeugen und Hendrix selbst und ordnet alles in den historischen Hintergrund ein.Mehr ansehen
Helmut Wenske
Black Eyes: Indonesier-Bands in Germany
Storys und Bilder
Helmut Wenske – auch bekannt als Chris Hyde – war Halbstarker, Rock’n’Roller, illustrierte Bücher und machte Plattencovers. Er war immer mittendrin, dort wo die Musik spielte, vor allem in der Hanauer Clubszene der 60er Jahre. In »Black Eyes« geht es um Bands wie The Tielman Brothers und The Crazy Rockers – Musiker mit indonesischer Anstammung aus Holland, die in den damals die deutschen Beatlokale eroberten, und die er dort erlebteMehr ansehen
Mark Blake (Edited by Mal Peachey)
The Ballad Of Jethro Tull
Man reibt sich die Augen und fragt sich: was? Noch ein Buch über Jethro Tull? Seit Jahren kommt man kaum hinterher, all die bisher erschienen Publikationen und die in den hintersten Winkel der Bandgeschichte leuchtenden – im positiven Sinne – monströsen Booklets der Jethro-Tull Re-Releases zu lesen, und nun das. Aber The Ballad Of Jethro Tull präsentiert sich als »das erste offizielle Buch« über die Band und setzt noch einen drauf. Mehr ansehen
Rob Halford
Confess. The Autobiography
Sex and Drugs and Rock’n’Roll: man bekommt mit der Autobiografie dess Judas Priest- Frontmannes alles geliefert, was diesbezüglich zu erwarten ist. Ja, es gibt genügend Triumph- und Horrorgeschichten, sexuelle Ausschweifungen, Alkohol, Drogen, ein Selbstmordversuch, der vollendete Selbstmord eines seiner Liebhaber. Aber Halford erzählt mit entwaffnender Ehrlichkeit und einem stellenweise derben Humor (plus in Fussnoten erläutertem Slang) entlang der musikalischen Geschichte jener Band, die bis heute zu den wenigen Felsen in der Metal-Brandung zählt.Mehr ansehen
Bob Mersereau
The History Of Canadian Rock’n’Roll
Die 50er Jahre in den USA: Hier wird der Rock’n’Roll erfunden. Seine Geschichte und Geschichten füllen ganze Bibliotheken. Was dagegen nördlich der Grenze in Kanada passiert, ist zumindest weniger dokumentiert, wenn nicht in Vergessenheit geraten. Aber für die kanadische Jugend war die heimische Szene genauso Nabel der Welt wie die amerikanische für die Jungs und Mädels südlich der Grenze. Mehr ansehen
Steve Lukather with Paul Rees
The Gospel According To Luke
Vorneweg: wer das Privileg hat, ein paarmal mit Steve Lukather gesprochen zu haben und der englischen Sprache mächtig ist, den spricht diese Autobiographie an – im Wortsinne. Weil Lukather zusammen mit seinem CoAutor Paul Rees geschafft hat, die rasende Parforce Tour durch seine über 40 Jahre andauernde Musikerkarriere so klingen zu lassen, als säße er mit dem Leser in einem Raum. Mehr ansehen
Reinhard Mey mit Bernd Schroeder
Der Mey hat gesprochen
Reinhard Mey gehört zu jenen Künstlern, bei denen die Frage nahe liegt: Braucht’s da wirklich eine Autobiographie. Wo er doch alles, was er zu sagen hatte, schon gesagt hat, Privates wie Politisches. Aber vielleicht ist genau deshalb dieses Buch auch keine wirkliche Autobiografie geworden, sondern ein verlängertes Interview mit Zugabe. Bernd Schröder hat den Chansonnier ausgequetscht und dieses Gesprächsprotokoll niedergeschrieben.Mehr ansehen
Nena und Claudia Thesenfitz
Willst Du mit mir gehen
Um wie viel ärmer wäre die Welt ohne dieses Buch: „Ich bin immer wieder fasziniert davon, was so alles in ein einziges Leben reinpasst“ lässt sich Nena zitieren. Claudia Thesenfitz ist auch völlig fasziniert davon, also hat sie es im Auftrag des Verlages aufgeschrieben. In Lila. Gut, da tun die Augen nach ein paar Seiten weh. Manchmal wird die Biografin fast inkontinent angesichts der Tatsache, dass Nena persönlich sie anschaut. „Ich schaffe es kaum, ihr in die Augen zu gucken, weil ich innerlich jedes mal ein bisschen zusammenzucke“. Da tut dann schon das Hirn des Lesers weh. Aber man erfährt ja dafür auch, was alles so in die Nena reingeht, Wein zum Beispiel, und sie stößt sogar mit Claudia an, bevor sie trinkt. Da ist die Claudia schwer beeindruckt von der Nena, und schreibt auch ganz viel, was ihr so im Kopf rumgeht, wenn sie die Nena trifft. „Keine Lust auf bemühte Floskeln und verlegenes Lossabbeln. Nicht reden – erst mal fühlen. Schweigen. Das geht. Auch ich gucke aufs Meer und bin sogar seltsam entspannt dabei. Nur einmal ganz kurz fällt mir ein, dass ich hier neben Deutschlands erfolgreichstem weiblichen Rockstar sitze.“ Interessante These, Fitz, das mit dem Rockstar. Danach muss Die Geschichte der Rockmusik muss neu geschrieben werden. Und Udo Jürgens ist dann vielleicht der deutsche Bob Dylan. Und die Claudia der deutsche Albert Goldman. Und so geht das weiter, an die 300 Seiten. Da fällt nicht weiter störend auf, dass tatsächlich noch ein paar Schlaglichter aus Nenas Leben im Business gestreift werden. Ohne dass allerdings die entscheidende Frage beantwortet würde: nämlich was sie uns mit der zauberlichen Textzeile: „Ich sehe deine Hand, hab’ sie gleich erkannt“ sagen will.
Gustav Lübbe Verlag. 2005, 312 Seiten. 16.90 €
Wolfgang Niedecken
Für ’ne Moment
»Man traf sich im Studio um elf Uhr und setzte sich, nachdem man einen Kaffee getrunken hatte, um zehn nach elf hin und sagte: Was machen wir denn heute… hat denn einer ’ne Idee?«. Das war 2008, bei den Sessions für Radio Pandora, und der Beschluss stand fest: »Das nächste Album nehmen wir genauso auf.« So entstand Halv su wild, das 17. Studioalbum von BAP.Mehr ansehen