Beans On Toast

Beans On Toast

Die Empathie-Schleuder aus Essex

Beans On Toast alias Jay McAllister im Jubez, Karlsruhe, 4.4.2019

Als Jay McAllister vor fast 15 Jahren zum ersten Mal von sich reden machte, pflegte er angeheitert, auf einem Stuhl stehend, sein Publikum barfuss zu beglücken. 2007 begeisterte er Massen beim Glastonbury Festival – in der Hauptstadt der Hexen und Zauberer. Karlsruhe ist nicht Glastonbury, die Publikumsmassen sind überschaubar aber willig, sich verhexen und verzaubern zu lassen. Allister steht mit beiden Beinen auf dem Bühnenboden, und ober er getrunken hat? Wer weiss. Aber der Knabe, der da als One Man Band unter dem sehr englischen Bandnamen Beans On Toast auftritt, hat schon was magisches, auch wenn seine Texte und Sonmgs dermassen im echten, gelebten Leben verwurzelt sind, dass es geradezu scheppert.Mehr ansehen

Bläck Fööss (2005)

Bläck Fööss (2005)

Die ganze Welt in „ruut un’ wiess“

Bläck Fööss, Keltenhalle, Rheinstetten-Mörsch, 6.11.2005

„Wat wollt ihr in Rheinstetten, do verstonn se euch jo nit?“ hätten wohlmeinende Kölner die Fööss gefragt. Das erzählt Sänger Kafi Biermann gleich am Anfang, und schon mit dem ersten Lied wird der Beweis des Gegenteils erbracht: Dort, wo der Rhein vorbeifließt, versteht man auch Kölsch. Und trinkt es auch, wie am Sonntagabend in der leider nicht ganz vollen Moerscher Keltenhalle. „Drink doch eine met“ eröffnet die über zweistündige Show der Kölner Unikate, die von manchen immer noch als Karnevalskapelle missverstanden werden.Mehr ansehen

Blackmores Night (2008)

Blackmores Night (2008)

Stromgitarren zu Strumpfhosen

Blackmores Night. Brahmssaal, Stadthalle Karlsruhe, 13.9.2008

Ein paar plastikverbrämte Monitorboxen, die wohl Felsbröckchen in mittelalterlicher Landschaft darstellen sollen und die um die Mikrophonständer gewickelten Fischreusen weisen den Weg ins ganz persönliche Auenland des Richie Blackmore und seiner Muse Candice Night. Die sparsame Bühnendekoration allerdings steht im Widerspruch zu der Opulenz dessen, was Herr Blackmore und seine Spielleute in den nun folgenden gut zweieinhalb Stunden anrichten werden. Auftritt Candice Night, die wirbelnde, wallende Hexe. Sie steht im Rampenlicht, niemand sonst. Sie singt, sie redet, auch für den Lebensgefährten. Der steht da, wie man ihn schon zu Deep Purple Zeiten kannte: schweigend. Die Gesichtsmimik symbolisiert: Obacht, ich bin ein mysteriöser Mann!“.Mehr ansehen

Blues Caravan (2008)

Blues Caravan (2008)

Bluespower – weiblich

Blues Caravan Tour am 20.1.2008, Jubez, Karlsruhe

Mit zwei schon relativ etablierten Künstlern einen dritten, jungen Wilden im Tour-Package bekannter machen, das ist die Idee hinter Thomas Rufs „Blues Caravan“. Ruf, der durch Luther Allison Blues-Apostel wurde, schickt alle Jahre wieder Künstler seines Labels als „Blue Caravan“ durch die Clubs, am Sonntagabend war im Karlsruher Jubez Station. Damenabend war dieses mal wieder angesagt.Mehr ansehen

Blues Caravan (2009)

Blues Caravan (2009)

Vollbedienung in Sachen Kraftblues

Blues Caravan , im Jubez, Karlsruhe, 25.1.2009: Dreimal Gitarre im Jubez

Joanne Shaw Taylor steigt als erste in den Ring. Die 22järige Engländerin hat gerade ihr CD-Debüt „White Sugar“ veröffentlich – und ihre Bluesvariante heißt Bluesrock aus dem Dampfkochtopf.Mehr ansehen

Blues Caravan (2010)

Blues Caravan (2010)

Kollektive Musiziersucht

Blues Caravan im Jubez, Karlsruhe, 2.2.2010

Effektheischende Breaks, eine dampfende Orgel, geradliniger Rhyrthmus und eine energiegeladen junge Frau aus Österreich, die aus eine kleine Dorf stammt, wo man in der Familie Hausmusik machte: Meena, Sängerin. Irgendwann, so die Legende, habe ihr der große Bruder ein Cassette mit Songs aus den 70ern geschenkt, unter anderem Hendrix „Voodoo Chile“. Damit hatte die junge Frau in etwa ihre Richtung gefunden. Die sich an diesem Sonntabend im Jubez vor allem als kraftvoller Bluesrock manifestiert, dem man nicht gerade Innovationsfreude nachsagen kann, aber dafür umso mehr Power.Mehr ansehen

Blues Caravan (2017)

Blues Caravan (2017)

The Blues Got Soul

Vanessa Collier, Si Cranstoun und Big Daddy Wilson, Jubez, Karlsruhe, 31.1.2017

Es funktioniert immer noch, auch in der 17. Auflage: der Blues-Caravan, die tourende Roadshow des rührigen Labels Ruf Records sorgte auch dieses Mal im Jubez wieder für Begeisterungsstürme. Das Prinzip ist das gleiche wie immer: Drei mehr oder weniger bekannte Künstler zelebrieren leicht unterschiedliche Facetten dieser unverwüstlichen Musik. Mehr ansehen

Bremnes, Kari (2004)

Bremnes, Kari (2004)

Unterkühlt hitzig

Kari Bremnes, Tollhaus, Karlsruhe 23.1.2004

Es ist ein merkwürdiger Kontrast: Eher spröde wirkt die Frau, die da auf der Bühne steht. Wie ein Fels in der Brandung, manchmal im Wortsinne. Mit der Musik fließt nur die Stimme, sie ist das Zentrum. Kari Bremnes selbst ist das Auge des Sturms. Der Ruhe punkt, wenn der Orkan tobt. Links an den Tasten Bengt Egil Hannse, rechts Percussionist Helge Norbakken. Zusammen schaffen sie eine Musik, die man höchstens in ihrer sparsamen Instrumentierung als spröde bezeichnen könnte. Aber auch diese Vermutung geht fehl. Denn Tasteninstrumente und Percussion sind bei ihnen nicht Mittel zum Zweck, Songstrukturen bis auf ihr Skelett freizulegen. Das Gegenteil ist der Fall: Opulenz statt Sparsamkeit. Mehr ansehen

Brew, The (2014)

Brew, The (2014)

Kein Song, nirgends

The Brew im Substage, Karlsruhe, 20.3.2014

Zwei Dinge fallen auf: Zum einen die Vorband, Kismet Ryding, die The Brew offenbar aus purer Sympathie auf diese Tour mitgenommen haben, oder weil sie auch aus dem nordostenglischen Grimsby stammen. Immerhin: sie haben einen schönen Namen und sie benehmen sich auf der Bühne wie Jungs, die zum ersten Mal einen Klassenausflug mache: Wild, ungestüm und doch ein bisschen schüchtern. Ihre Musik, ein uninspirierter Aufguss altertümlicher Rock-Spielweisen, klingt dann auch eher nach Schülerband.

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Bröselmaschine (2019)

Bröselmaschine (2019)

Die Maschine, die am besten bröselt

Duisburg, Grammatikoff, 27.10.2019

Es soll ein besonderes Konzert werden, verspricht Peter Bursch den Fans, die an diesem Sonntagabend ins Duisburger Grammatikoff gekommen sind, und »wir haben gut trainiert«. Es wird ein besonderer Abend, und das Training zahlt sich aus: Hier ist eine selbstbewusste, hervorragend eingespielte Band zu erleben, die ihre nur scheinbar aus der Zeit gefallene Musik so vorträgt, als wäre es der heisseste Scheiß. Live wird in diesen zweieinhalb intensiven Stunden noch deutlicher, was das aktuelle Album Elegy und sein Vorgänger Indian Camel versprechen: Die ganze stilistische Vielfalt der Band wirkt nie wie ein Flickenteppich, sondern im Gegenteil – als harmonisches Ganzes. Mehr ansehen